Lampertheim

Volkstrauertag Stadt und Sozialverband VdK legen zu Ehren der Kriegsopfer Kränze nieder / Neue Namenstafeln in Hüttenfeld

Stilles Gedenken in Zeiten der Pandemie

Lampertheim.Die Corona-Pandemie macht auch vor dem bundesweiten Volkstrauertag nicht Halt. Statt mit großen, öffentlichen Veranstaltungen samt Chören und Fahnenträgern gedachte die Stadt diesmal mit stillen Gedenkminuten ohne Reden der gefallenen und vermissten Soldaten vergangener Kriege. In Lampertheim, Rosengarten und Hofheim stellten Stadt- und Ortsverantwortliche abseits der Öffentlichkeit Kränze auf. In Hüttenfeld wurden auf Initiative von Ludwig Günther zusätzlich zwei neue Ehrentafeln enthüllt.

„Eine große Zusammenkunft wäre einfach verantwortungslos und ein falsches Zeichen, während wir überall anders versuchen, Kontakte zu begrenzen und Abstände einzuhalten“, sagte Bürgermeister Gottfried Störmer nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal im Lampertheimer Stadtpark. Die Verwaltung hatte deshalb im Vorfeld nicht zur Veranstaltung eingeladen, zu der bei gutem Wetter oft bis zu 100 Menschen kommen. Damit es auch tatsächlich nicht zu größeren Zusammenkünften kam, hatte man die Kränze schon eine gute halbe Stunde früher als in den Vorjahren aufgestellt. Denn trotz der Corona-Pandemie, so Störmer, dürfe Gedenken nicht in den Hintergrund geraten.

Erinnern an alle Soldaten

„Wir sind froh, im Anbetracht der Situation gemeinsam mit der Stadt eine gute Lösung gefunden zu haben“, betonte auch Herbert Tiefel vom Sozialverband VdK, der nach dem zweiten Weltkrieg als „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner“ gegründet wurde. Er betonte, dass der staatliche Gedenktag nicht nur den Opfern des Ersten und Zweiten Weltkriegs gebühre, sondern allen Soldaten, die in kriegerischen Auseinandersetzungen gefallen sind. „Das Gedenken kann uns Corona nicht verbieten“, so Tiefel. Zwar hätte es im Stadtpark genügend Platz für mehr Leute gegeben, schlussendlich sei die Entscheidung für ein nicht-öffentliches Gedenken aber sicher und richtig.

Diese Empfehlung gab die Stadt auch an die Ortsvorsteher der Stadtteile weiter, wo eigene Veranstaltungen stattfanden. In Hüttenfeld richtete Ortsvorsteher Karl Heinz Berg dennoch einige wenige Worte an die rund 20 Friedhofsbesucher, die sich weitläufig mit Masken auf dem Gelände verteilten. Dort hatte das Friedhofsamt kürzlich auf Anregung des 92-jährigen Ludwig Günther am „Grab der unbekannten Soldaten“ unweit der Trauerhalle zwei neue Granittafeln aufstellen lassen.

Günther hatte alle Namen der Hüttenfelder Gefallenen aus den beiden Weltkriegen zusammengetragen, in dem er den Ort von Haus zu Haus durchging und alle Familien abgefragt hat. Nun sind die Opfer auf goldfarbenen Tafeln verewigt und nicht länger namenlos. Weil er bei der Gedenkveranstaltung krankheitsbedingt nicht selbst anwesend sein konnte, enthüllten seine beiden Enkel Miriam und Florian Günther die Tafeln.

Trauer über die Verluste

„Wir gedenken heute Corona-bedingt nur kurz, sind aber nichtsdestoweniger in Trauer über die Verluste“, so Karl Heinz Berg. Auch er betonte, das Gedenken beschränke sich nicht auf die Weltkriege. „Noch immer sterben Menschen bei Gewalttaten und Kriegen. Unser Gedenken gilt allen Opfern weltweit“, sagte er.

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