Lampertheim

Stromtrasse Disput im Stadtparlament zwischen Politik und Bürgermeister / Gemeinsamer Antrag

Störmer: „Ich arbeite mit ruhiger Hand“

Lampertheim.Einen Dissens zwischen Teilen des Stadtparlaments und der Lampertheimer Verwaltung haben die Pläne von Netzbetreiber Amprion nach sich gezogen, die Stromleitungen auf Lampertheimer Gemarkung auszubauen. Seit Wochen werfen Fraktionsvertreter der Verwaltung vor, den Netzbetreiber nicht rechtzeitig und eindeutig genug mit Forderungen zum Schutz der Bevölkerung konfrontiert zu haben.

CDU-Fraktionsmitglied Andreas Ott hielt an der Kritik auch in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Freitagabend fest. Nach seiner Auffassung hätte die Stadt schon zu einem früheren Zeitpunkt Umleitungen – sogenannte Verschwenkungen – fordern und die Planungen von Anfang an beeinflussen können. Jetzt müsse die Position der Stadt im Zuge des Verfahrens durchgesetzt werden.

Verwaltung zu leise?

Nach Otts Einschätzung hat sich die von Bürgermeister Gottfried Störmer bevorzugte „ruhige Hand“ nicht bewährt. Zielorientiertes Handeln sei in der Vorgehensweise der Verwaltung überdies nicht erkennbar gewesen. „Hier wird in Zukunft hoffentlich an einem Strang gezogen“, meinte Ott mit Blick auf die jüngsten Verlautbarungen der Verwaltung, sich gegenüber dem Netzbetreiber auf die Seite der betroffenen Bevölkerung zu stellen. „Herr Störmer“, so Ott, „der Ball liegt in Ihrer Hälfte“.

Der Bürgermeister ließ diese Gelegenheit in der Parlamentsdebatte nicht ungenutzt verstreichen und betonte: „Auch jetzt arbeite ich mit ruhiger Hand und sachlich-fachlich.“ Die Verwaltung habe in der bisherigen Auseinandersetzung mit Netzbetreiber Amprion „gute Arbeit geleistet“. Eine von der Politik geforderte Verschwenkung zum Schutz der Wohnbevölkerung sei bereits durchgesetzt worden.

Dabei sei die Verwaltung stets nach Recht und Gesetz vorgegangen. Es sei aber eine falsche Behauptung, man haben sie dabei „zum Jagen tragen müssen“, meinte Störmer. Dem aktiven Einsatz der Verwaltung sei es stattdessen zu verdanken, dass Amprion keine neue Stromtrasse durch das Bruch im Süden Lampertheims plane. Es sei demnach vieles erreicht worden. „Leider wurde es nicht gehört“, beklagte der Bürgermeister: „Möglicherweise waren wir doch zu leise.“

Der interfraktionelle, einstimmig verabschiedete Antrag zur Trassenplanung fordert die Einhaltung des in der Landesplanung festgelegten Mindestabstands in Höhe von 400 Metern zu Wohngebieten. Außerdem wurden ergänzende Forderungen gegenüber der Verwaltung aufgenommen, zwei Alternativtrassen zu erstellen und auch künftige Erweiterungsmöglichkeiten bei der Planung zu berücksichtigen. Die favorisierte Alternativtrasse solle bis 14. Juni an den Netzbetreiber und an die Bundesnetzagentur übersandt werden.

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