Lampertheim

Freiwillige Feuerwehr Rund 100 Kräfte in der Nacht zum Freitag im Einsatz / Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Strohballen in Brand geraten

Archivartikel

Rosengarten.Feueralarm in der Nacht zum Freitag: Mehrere Strohballen waren gegen 23 Uhr an der Bundesstraße 47 zwischen Rosengarten und Bürstadt in Brand geraten. Wegen des Qualms war die Sicht der Autofahrer auf der B 47 eingeschränkt. Die Bewohner in diesem Bereich wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Polizei richtete eine Vollsperrung ein. Verkehrsteilnehmer wurden bis kurz vor 6 Uhr am Morgen weiträumig über das Lampertheimer Industriegebiet umgeleitet.

Für die Brandbekämpfung an den insgesamt 160 Ballen waren nach Angaben des Polizeipräsidiums Südhessen etwa 100 Einsatzkräfte der Wehren aus Lampertheim und den umliegenden Gemeinden im Einsatz. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis 8 Uhr morgens an. Am Nachmittag musste die Lampertheimer Feuerwehr noch einmal zusätzlich zum Nachlöschen ausrücken.

Brandermittler des Kommissariats 10 aus Heppenheim nahmen am Freitagmorgen ihre Ermittlungen vor Ort auf. Die Beamten schließen nach bisherigen Erkenntnissen eine Selbstentzündung der Strohballen aus, so dass ein Verfahren wegen Brandstiftung eingeleitet wurde. Der Sachschaden wird auf etwa 8000 Euro geschätzt.

Rauch von weitem sichtbar

Da bei der Brandbekämpfung Atemschutzgeräteträger benötigt wurden, machten sich auch zwei Fahrzeuge mit neun Geräteträgern auf den Weg an den Einsatzort. Der Bereich der Einsatzstelle in Rosengarten war nach Angaben von Feuerwehrsprechern hell beleuchtet, die starke Rauchentwicklung war schon von weitem sichtbar. Insgesamt sollen Strohballen an zwei verschiedenen Einsatzstellen Feuer gefangen haben.

Mehrere Landwirte waren mit ihren Traktoren im Einsatz und zogen die Strohballen auseinander. Hierdurch konnte ein Übergreifen auf einen benachbarten Hof und weitere 120 Strohballen verhindert werden. Im Einsatz waren die Feuerwehren Lampertheim, Bürstadt, Lorsch, Biblis und Heppenheim.

Erst kürzlich hatte die Lampertheimer Feuerwehr auf die explosionsartig gestiegene Zahl der Einsätze in den Sommerwochen dieses Jahres hingewiesen (wir haben berichtet). Demnach sind im Juli die Einsätze auf einen historischen Höchststand seit Bestehen der Feuerwehr 1879 gestiegen: Der 53. Alarm binnen eines Monats zeige gegenüber den vorigen drei Jahren eine Steigerung von mehr als 100 Prozent der Einsatzahlen an. 188 Brandalarme und 31 technische Hilfeleistungen hätten die Einsatzmannschaft an den Rand des Machbaren geführt. Allein im Juli seien acht Großbrände seien gelöscht worden. Und der August ist noch jung. red

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