Lampertheim

Soziales Engagement Versorgungsunternehmen spendet für Lebensmittel-Hilfsorganisation in Lampertheim und Bürstadt

„Tafeln sind unverzichtbar“

Lampertheim.„Kunden“ nennen die Tafel-Mitarbeiter die Menschen, die sich gegen einen kleinen Geldbetrag mit Lebensmitteln versorgen können. Und ihre Zahl wächst ständig, berichtet Susanne Hagen vom Diakonischen Werk, unter dessen Regie die Tafeln geführt werden. Die erst seit wenigen Wochen für die Tafelarbeit des Diakonischen Werkes Bergstraße zuständige Sozialreferentin war zusammen mit Dekan Karl Hans Geil, Isabelle Moeller-Dutoit (Tafel Lampertheim) sowie Werner Straus und Maria Glaser (Tafel Bürstadt) zur Entgegennahme der Energieried-Spendenschecks nach Lampertheim gekommen.

„Wir haben großen Respekt vor dem herausragenden ehrenamtlichen Einsatz, mit dem die Tafeln in beiden Kommunen geführt werden“, betonten Energieried-Geschäftsführer Frank Kaus und Prokurist Stefan Fella. Mit der finanziellen Unterstützung der Tafelarbeit drücke das Versorgungsunternehmen seine Wertschätzung für die unverzichtbar gewordenen Einrichtungen aus, betonten sie und wünschten, dass sich immer genug Ehrenamtliche zur Verfügung stellen.

Doch hier hapert es. Beide Tafeln suchen dringend Frauen und Männer, die sich einbringen wollen. „Ob für ein paar Stunden oder regelmäßig – wir brauchen Mitstreiter“, sagte die Teamleiterin der Lampertheimer Tafel. Zusätzliche Helfer würden auch deshalb benötigt, weil die Anzahl der Kunden eher zunimmt, berichtet Susanne Hagen und korrigiert die weit verbreitete Auffassung, nur Flüchtlinge oder Arbeitslose seien die Stammkunden. Auch die Rentnerin mit einer bescheidenen Witwenrente oder Alleinerziehende kämen ohne regelmäßigen Besuch der Tafel nicht über die Runden.

Stets ein offenes Ohr

Susanne Hagen lobte die Tafeln in beiden Kommunen in höchsten Tönen. Trotz Ehrenamtlichkeit seien sie nahezu professionell organisiert, und trotz der vielen Arbeit hätten die Teams stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kunden. Die Tafeln seien längst zu einem Ort der Begegnung und der sozialen Kontakte geworden. Trotz aller Einsatzbereitschaft ist die Beschaffung der Lebensmittel aber nicht leichter geworden.

In Frankreich ist man ein paar Schritte weiter. Dort verpflichtet das Gesetz zur Bekämpfung der Verschwendung von Lebensmitteln Supermärkte, Nahrungsmittel, die trotz abgelaufenem Haltbarkeitsdatum noch essbar sind, an Hilfsorganisationen zu spenden. Die Tafeln in Lampertheim und in Bürstadt können da nur neidisch zu den europäischen Nachbarn blicken. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter müssen sich nach wie vor stark engagieren, um die Regale in den Ausgabestellen füllen zu können. red

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