Lampertheim

Sanitäter Jason Gluth vom DRK berichtet über seine Arbeit

Tag und Nacht einsatzbereit

Lampertheim.„Zwölf Stunden – so lange dauert der Arbeitstag eines Rettungssanitäters aus Hessen im Durchschnitt“, berichtet Jason Gluth. Und: Meist beginnt die Schicht um 7 Uhr morgens und endet um 19 Uhr abends. Täglich finden durchschnittlich etwa fünf bis zehn Einsätze statt, schätzt der Rettungssanitäter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bürstadt.

Wer als Rettungssanitäter arbeiten will, so Gluth, sollte auf jeden Fall flexibel sein – egal ob tagsüber oder nachts. „Am Anfang jeder Schicht werden zunächst das Rettungsfahrzeug und die Geräte überprüft, um zu sehen, ob alles einsatzfähig ist“, sagt er. Materialien, die vielleicht am Vortag oder vom vorherigen Team aufgebraucht wurden, müssten aufgefüllt und auch die Dienstkleidung müsse gecheckt werden.

Keine Vorbereitung möglich

Am Arbeitsplatz befinden sich etwa vier bis fünf Leute, beschreibt der Rettungssanitäter weiter. Auf jeden Einsatz fahren zwei Rettungssanitäter – manchmal ist noch ein Praktikant oder ein Auszubildender dabei. „Den Einsatz bekommen wir über die Leitstelle, welche die Anrufe entgegennimmt. Aus diesem Einsatzbild kann man auf den groben Zustand des Opfers schließen“, sagt Gluth. Wirklich vorbereiten könne man sich auf den Einsatz aber nicht, denn jede Sekunde zähle.

Dann gehe es für die Einsatzkräfte ins Rettungsfahrzeug, das wie eine kleine Intensivstation ausgestattet sei. „Natürlich kann es vor oder während der Fahrt immer zu Zwischenfällen kommen“, weiß Gluth aus Erfahrung. Wenn ein Autofahrer ein Rettungsfahrzeug mit Blaulicht heranfahren sieht, dann sollte dieser auf jeden Fall schnell eine Rettungsgasse bilden.

Sobald die Rettungssanitäter am Einsatzort seien, bleibe ihnen nicht viel Zeit: „Ein einziger Blick über die Lage muss reichen, um folgende Fragen zu beantworten: Ist der Patient ansprechbar? Was für Verletzungen liegen vor? Und: Welche Geräte werden benötigt?“, sagt Gluth.

Die Sanitäter müssten ruhig und präzise arbeiten, um möglichst gut helfen zu können. Ist der Patient im Krankenhaus, kehre das Einsatzteam zurück – es sei denn, es gebe gleich noch einen Einsatz. Nach der Schicht werde der Rettungswagen an das nächste Team übergeben – und so geht der anstrengende Tag eines Rettungssanitäters zu Ende.

Von Josephine Polzer, Annika Peter, Anastasia Schmidt und Amelie Müller.

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