Lampertheim

Mobilität Kunden des VRN können App anstelle von herkömmlichem Fahrschein nutzen / 20 Euro Startguthaben für alle Lampertheimer / Segways und Co. zur Miete

Ticketpreis wird künftig per Luftlinie berechnet

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) macht mobil – und geht mit seinen Angeboten neue Wege. Kunden können Busse und Züge im VRN-Gebiet künftig mit einer Smartphone-App anstelle eines herkömmlichen Tickets nutzen. Neu dabei: In der App muss kein elektronisches Ticket nach Wabenpreis gezogen werden, das Programm berechnet den Fahrpreis stattdessen für die Luftlinie zwischen Start- und Endhaltestelle. Außerdem sollen in Kürze elektrisch betriebene Segways, Scrooser und E-Roller in der VRN-Mobilitätszentrale in der Kaiserstraße zur Miete bereit stehen. VTL-Geschäftsführer Bernd Isenhardt hat die Zukunftsprojekte im Pressegespräch vorgestellt.

Das „e“ soll dabei nicht nur für elektronisch, sondern auch für einfach stehen. Zur Demonstration zückte der Chef der Lampertheimer Verkehrs- und Tourismusgesellschaft nach einem kurzen Werbefilm sein eigenes Mobiltelefon. Innerhalb weniger Sekunden und Klicks wäre er damit fahrtbereit gewesen. „Kein lästiges Anstehen am Automaten, kein umständlicher Ticketkauf, kaputte Automaten oder Kenntnisse des Tarifsystems mehr“, erklärte Isenhardt. Nach dem Download der kostenlosen „eTarif“-App müssen sich Kunden einmalig registrieren. Auf dem Smartphone sehen sie dann alle Fahrtmöglichkeiten in ihrer Nähe, müssen sich bei Fahrtbeginn lediglich „einchecken“. Ab diesem Zeitpunkt berechnet die App nicht die tatsächlich gefahrene Strecke, sondern die Luftlinie zwischen Start- und Zielpunkt.

Bequemer und einfacher

Sollte ein Kunde vergessen, sich am Handy bei Fahrtende wieder abzumelden oder eine besonders lange Fahrt machen, greift ein Tageslimit von zwölf Euro. Der monatliche Höchstsatz liegt bei 90 Euro. Das liege laut Bernd Isenhardt nur wenige Euro über dem günstigsten, regulären Monatsticket im Verbundgebiet. Auch wenn das Limit erreicht ist, können Kunden die App weiterhin zum Fahren nutzen. „Optimal für Gelegenheits- und Vielfahrer“, findet er. Bei einer Kontrolle reicht die aktivierte Fahrtberechtigung auf dem Smartphone aus. Das soll die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bequemer und einfacher machen. Und obendrein für Kunden günstiger sein als das traditionelle Ticketsystem nach Gebietswaben. Zwar räumt Isenhardt ein, dass es bei ungünstigen Konstellationen auch teurer sein könne. „Mit der integrierten Preisauskunft kann man aber schon vor der Fahrt den Kostencheck machen“, erklärt er. Und notfalls doch auf ein herkömmliches Ticket setzen. In den allermeisten Fällen sei der eTarif aber günstiger.

Um die Lampertheimer auf den Geschmack zu bringen, haben die Verantwortlichen ein Startguthaben von 20 Euro bei Registrierung bis Ende August ausgelobt. In Zusammenarbeit mit dem Vodafone-Shop in Lampertheim helfen VRN- und Mitarbeiter des Mobilfunkunternehmens bei der App-Einrichtung und Erstbedienung. Außerdem gibt es dort im Aktionszeitraum spezielle Vergünstigungen.

Neben dem neuen Luftlinientarif will der VRN künftig auch verstärkt auf kleinere, elektronische Fortbewegungsmittel setzen. Die legale Mitnahme von kleineren E-Rollern hat der VRN auf seiner jüngsten Zweckverbandssitzung schon beschlossen. Selbst will der Verkehrsverbund zwar keine elektrischen Gefährten vermieten. In Lampertheim soll eine Ausleihe aber künftig durch eine Zusammenarbeit mit „eMopol“ möglich sein. Das Mannheimer Unternehmen bietet unter dem Namen „Stadtsafari“ ab sofort auch in Lampertheim geführte Touren auf Segways und Scroosers, ein Elektroroller im Motorradstyle mit bis zu 20 Kilometer pro Stunde, an. Auch e-Roller sollen zeitnah folgen. Sie können auf Radwegen und Straßen genutzt werden. ksm

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