Lampertheim

Angelsportverein Jahreshauptversammlung in der Hans-Pfeiffer-Halle / Seidenspinner bleibt Vorsitzender

Touristen und Kormorane setzen Fischbestand zu

Archivartikel

Lampertheim.Es hätte das große Jubiläumsjahr für die Lampertheimer Angler werden sollen. 100 Jahre alt ist der Angelsportverein (ASV) in diesem Jahr geworden. Doch dann kam Corona. Lediglich ein Jubiläumsfischen mit goldenen Forellen zu Jahresbeginn konnten die Petrijünger noch feiern. Alle anderen Aktionen wurden verschoben. Nun hat der Verein zumindest seine Jahreshauptversammlung nachgeholt.

Ehrenamtliche für gleich acht Ämter im erweiterten Vorstand sowie drei Beisitzer waren problemlos gefunden. Während Seidenspinner an der Vereinsspitze verbleibt, rückt sein bisheriger Stellvertreter Robert Wiegand ins zweite Glied als Beisitzer auf. Ihn ersetzt Markus Kern. Schatzmeister bleibt Helmut Wegerle, Protokolle und den Internetauftritt führt weiter Werner Göbel.

Seit Monaten sorgen „Angler-Partys“ am Altrhein bei den Vereinsanglern und den Ordnungsbehörden für Ärger. Große Scharen fremder Angler, teilweise sogar aus dem Ausland, würden dort mit Zelten übernachten. Was die ansässigen Fischer besonders stört: Viele würden Berge voll Müll am Altrheinufer hinterlassen und dem Gewässer viel zu viele Fische entnehmen. „Sie hatten alle einen Angelschein“, berichtete ein zweites Mitglied von seinen Kontrollgängen am Ufer. Einige nähmen eine Anreise von über 200 Kilometer auf sich, um hier angeln zu können. Verboten sei das nicht.

Den ASV stört das auch deshalb besonders, weil man sich selbst in seinen Angelrechten „immer mehr beschnitten“ fühlt. „Das ist ein schleichender Prozess, gegen den wir immer wieder vorgehen müssen“, sagte der Vorsitzende. Vom Boot aus dürfe man etwa nur noch im Fretter Loch fischen.

Die Petrijünger, die sich selbst als „verantwortlich für den Erhalt der Natur“ sehen, kommt aber auch ein natürlicher Gast am Vereinsweiher teuer zu stehen. So gab es zu Jahresbeginn einen Kormoraneinflug. Seidenspinner sprach von einem „unglaublichen Aufkommen“ mit etwa 50 Tieren und einem „massiven Schaden“. Der Einflug sei derartig groß gewesen, dass täglich Fische verendend am Ufer gelegen hätten. Von den zugeführten 350 Kilogramm Weißfisch sei wohl nicht mehr viel übrig. Ob es künftig neue Vergrämungsmaßnahmen gibt, ist noch unklar. Man habe bei der Unteren Fischereibehörde angefragt. Eine Voruntersuchung würde allerdings rund 2500 Euro kosten. Damit habe man noch keine Gewissheit, ob die Maßnahmen erlaubt würden.

Für die kommende Saison sind im Badesee 75 Kilogramm Zander und 200 Kilogramm Weißfisch als neuer Besatz geplant. Genaueres soll eine Weiherversammlung klären. Dabei sei in diesem Jahr auch das „glockenklare“ Wasser ungewöhnlich. Der Sauerstoffanteil in den unteren Schichten sei viel höher. „Zum Angeln ist das fast zu klar“, erklärte Bernd Tiefel, der auf eine Eintrübung hofft. ksm

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