Lampertheim

Soziales Trägerwechsel für Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung an Caritas-Verband Darmstadt perfekt

Umbau beginnt mit einem Jahr Verspätung

Lampertheim.Mit dem Umbau sollte bereits zu Beginn dieses Jahres begonnen werden. Doch jetzt hat das Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung eine einjährige Verzögerung im Wechsel der Trägerschaft an den Caritas-Verband Darmstadt hinnehmen müssen. Heimleiterin Heide Neumann und ihre Mitarbeiter haben ihre Zuversicht dennoch nicht verloren, dass die Einrichtung in absehbarer Zeit modernisiert wird. Bei einem Pressegespräch wurden gestern zumindest alle gesetzlichen Formalitäten für abgeschlossen erklärt.

Damit kann im ersten Halbjahr mit dem Umbau begonnen werden, bestätigt die Direktorin des Caritas-Verbands Darmstadt, Stefanie Rhein. Sie macht vor allem personelle Wechsel in der Bistumsleitung dafür verantwortlich, dass sich der Trägerwechsel in die Länge gezogen hat. Der Trägerwechsel von der Altenhilfestiftung an die Caritas war, so machte gestern auch Kuratoriumsleiter Pfarrer Angelo Stipinovich deutlich, die einzige Alternative zur drohenden Schließung. In seiner jetzigen Form, die noch von den Bau- und Betreuungskonzepten der 1970er Jahre geprägt sei, wäre die Einrichtung nicht zu halten gewesen. „Wir hätten uns alle sehr gewünscht, dass es schneller geht“, räumte Stipinovich mit Blick auf den schleppenden Trägerwechsel ein.

Dieser ist zum 1. November vollzogen worden. Nächster Schritt ist die Einreichung des Bauantrags beim Kreisbauamt. Ein Förderbescheid des hessischen Sozialministeriums ist inzwischen eingetroffen. Zusammen mit einem Zuschuss durch das Bistum beträgt das Förder- beziehungsweise Darlehensvolumen etwa die Hälfte der veranschlagten Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro.

Pflegerische Neukonzeption

Mit der Sanierung des Alten- und Pflegeheims geht eine pflegerische Neukonzeption einher, die sich an aktuelle Erfordernisse im Bereich der Altenpflege orientiert. So erhält jeder Bewohner im Rahmen eines Hausgemeinschaftsmodells sein eigenes Zimmer. Künftig werden in der Hagenstraße 96 Bewohner untergebracht werden können, bisher waren es 123 Personen. Die Zahl der knapp 80 Mitarbeiter bleibt konstant.

Mehrere Jahre haben diese „zwischen Hoffen und Bangen“ geschwebt, wie Heimleiterin Heide Neumann mit Blick auf die Ungewissheiten im Zusammenhang mit dem verzögerten Trägerwechsel deutlich macht. Dennoch sei es gelungen, die Pflege- und Betreuungskräfte zu halten.

Nun steht der Einrichtung eine etwa dreijährige Sanierungsphase bevor, und das bei laufendem Betrieb. Pfarrer Stipinovich, dessen Vorsitz im Kuratorium mit dem Trägerwechsel endet, äußerte sich dankbar für die aktuelle Entwicklung. Er erinnerte an die bange Situation, in der konkret die Aufgabe der Einrichtung drohte: „Das Ganze stand damals auf der Kippe.“ Nun sieht der Pfarrer, der im Februar seine Verwaltungstätigkeit in Lampertheim aufgibt und eine neue Aufgabe im afrikanischen Namibia annehmen wird, die Voraussetzungen geschaffen, um das Heim auf absehbare Zeit zu sichern. Hierfür sei die Caritas der „kompetenteste und beste Träger“.

Gedankt wurde gestern auch den Vertretern der Stadt, die dank eines Parlamentsbeschlusses im September 2017 stellvertretend ein Darlehen in Höhe von 4,2 Millionen Euro aufgenommen hat.

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