Lampertheim

Stadtmarketing Bürgermeister zur Personalie im Rathaus

„Umberti konnte deutliche Lücken nicht schließen“

Lampertheim.„Mich ärgert, dass wir es nicht geschafft haben, das Stadtmarketing zum Fliegen zu bringen, so wie wir das gewollt haben“, sagt Bürgermeister Gottfried Störmer im Pressegespräch einen Tag, nach dem bekanntgeworden war, dass sich die Stadt Lampertheim einvernehmlich von Santo Umberti, dem Leiter des Stadtmarketings getrennt hat. Weniger verärgert sei er über die eigene Entscheidung, Umberti im März 2018 eingestellt zu haben. Dass er zwar ein guter Theoretiker mit vielen tollen Ideen, aber nicht in der Lage sei, diese auch praktisch anzugehen und umzusetzen, das sei bei der Personalentscheidung für Umberti nicht absehbar gewesen. „Man kann den Leuten nicht hinter die Stirn schauen“, bedauert Störmer. Fakt sei, dass „die Analyse und das Zusammentragen von statistischen Daten“ nicht reiche. Umbertis Arbeit habe deutliche Lücken aufgewiesen, „die er nicht schließen“ konnte, so der Bürgermeister.

Seit Februar habe es Gespräche mit dem Stadtmarketing-Leiter darüber gegeben, dass die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und der Politik mit den Ergebnissen von Umbertis Arbeit nicht zufrieden seien. Da aber keine Veränderungen festzustellen gewesen seien, würde das Arbeitsverhältnis – wie berichtet – zum 31. Juli beendet. Aus dem aktiven Dienst sei Umberti bereits ausgeschieden. Auf die Frage, warum die Entscheidung jetzt, gut eine Woche vor der Bürgermeisterwahl, gefallen und publik gemacht wurde, sagt Störmer: „Ich bin jetzt Bürgermeister dieser Stadt und habe den Bürgern gegenüber eine Verpflichtung.“

Die Stelle soll zunächst nicht wiederbesetzt werden. Vielmehr werde geschaut, wo die Schwerpunkte mit dem auf drei Mitarbeiter verkleinerten Team gesetzt werden sollen. Stadtrat Gottlieb Ohl, der das Stadtmarketing als besondere Aufgabe übernommen hat, will sich noch stärker als bisher ehrenamtlich einbringen. „Das entlastet mich – auch zeitlich“, so Störmer, der dankbar ist für Ohls Engagement.

Gesprächsbedarf über die Personalie sehen alle Fraktionen im Stadtparlament. Sowohl Franz Korb von der CDU als auch Stefan Nickel von den Grünen haben sich gestern beim „Südhessen Morgen“ gemeldet und erklärt, dass durchaus noch darüber geredet werden müsse, wer denn für die nicht gelungene Besetzung des Chefpostens im Stadtmarketing verantwortlich sei. Zumal 36 000 Euro für die Suche eines geeigneten Bewerbers an eine Beratungsfirma gezahlt worden waren.

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