Lampertheim

Hans-Pfeiffer-Halle Italienische Coverband versetzt Fans in Zeit von Queen zurück / Sänger Sonny Ensabell überzeugt mit Gestik und Kostümen

Und wieder tönt es: The Show must go on

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Die pechschwarzen Haare sind nach hinten gekämmt, den Mund mitsamt Schnurrbart umspielt ein breites Grinsen. Den Mikrofonständer nutzt er als Tambourstab oder spielt darauf Luftgitarre, die Hand ist theatralisch zur Faust geballt. Freddie Mercurys faszinierende Bühnenpräsenz ist bis heute unvergessen. Seine Legende lebt weiter – und springt als Darsteller Sonny Ensabella mit leicht angezogenen Hacken und der weltberühmten gelben Jacke über die Bühne der Lampertheimer Hans Pfeiffer Halle. Mit dem Tribute-Konzert „Forever Queen“ bringt die italienische Band „QueenMania“ nicht nur Welthits wie „We will rock you“ oder „Radio Gaga“ musikalisch auf die Bühne, sondern auch visuell. Mit einer opulenten Show samt stimmiger Kostüme liefert die Formation eine würdige Hommage an einer der größten Rockbands aller Zeiten und huldigt mit Mercury einem der schillerndsten Persönlichkeiten. Die 450 Fans sind begeistert und singen zweieinhalb Stunden mit.

Über ein Vierteljahrhundert nach Freddie Mercurys Tod scheint dessen Anziehungs- und Strahlkraft noch immer ungebrochen. Die Besucher lechzen jedenfalls geradezu nach jeder Prise Mercury auf der Bühne, erkennen jede Geste und jedes Lied schon beim ersten Ton wieder. Das italienische Quartett Sonny Ensabella (Gesang), Simone Fortuna (Schlagzeug), Tiziano Giampieri (Gitarre) und Fabrizio Palermo (Bass) macht es dem Publikum aber auch nicht schwer, den Abend zu genießen. Schon beim Intro brandet Jubel auf, als auf einer Leinwand Originalaufnahmen von Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon gezeigt werden und die Band mit den Worten „The show must go on“ angekündigt wird. Immer wieder laufen im Hintergrund alte Bilder oder Musikvideos, die damals mit ihrer Innovation Geschichte schrieben.

Auch ganz ohne Technik

Hinter dem Konzert steckt ein aufwendiges Show-Konzept und die Idee der Firma „Reset Production“, die auch andere Bands wie „Abba“ covern lässt. Die italienische Queen-Formation gibt es bereits seit 2006, schon ein Jahr später tourte das Quartett als Rockband der 70er und 80er Jahre durch ganz Europa. Für den Wiedererkennungswert sorgt vor allem einer: „Hauptdarsteller“ und Sänger Sonny Ensabella, der dem späten Freddie Mercury tatsächlich stark ähnelt. Einen großen Teil dazu tragen dessen originalgetreuen Kostüme bei: Ob Lederjackett, Uniform, weiße Schlaghose oder oberkörperfrei – die Details stimmen. Dazu hat sich Ensabella Gestik und Mimik seines Vorbilds abgeschaut. Authentisch nutzt der Künstler die ganze Bühne, spielt Luftgitarre, wendet sich dramatisch und gestenreich vom Publikum ab oder verteilt Küsschen an seinen Gitarristen. Mal melancholisch und gefühlvoll, mal ganz der große Entertainer. Sogar die Vorderzähne stehen leicht vor. Um Mercurys Vielschichtigkeit abzubilden, helfen dem Italiener sicher seine zahlreichen Talente: Touristenanimateur, Radiosprecher, DJ und Theaterdarsteller sind nur Auszüge seiner Vita.

Auch wenn die Band um den Frontsänger musikalisch – selbstverständlich – nicht ganz an das Original herankommt, liefern sie dennoch eine unvergessliche Queen-Show. Sie schaffen es, Menschen in der Zeit zurückzuversetzen. Und das, obwohl viele Besucher die britische Rockband allein schon aus Altersgründen nie live erlebt haben. Nun können sie zumindest ansatzweise nachempfinden, wie das „Queen-Feeling“ gewesen sein muss. Auch, weil die Künstler nicht nur Musik auf die Bühne bringen, sondern auch das Sich-in-Szene-setzen und Zelebrieren von ihren Vorbildern übernehmen. Von der Ballade „Who wants to live forever“ mit weiblicher Begleitung über Nachahmungen des Live-Auftritts aus dem Londoner Wembley Stadion von 1986 bis hin zu opernhaften Nummern wie „Bohemian Rhapsody“ – für Liebhaber ist alles dabei. Dass sie es auch ganz ohne technischen Schnick-Schnack können, beweisen sie mit „Love of my life“ als A capella Version. Bei „Another one bites the dust“ kommt dann endlich die gelbe Jacke zum Einsatz und die Zuhörer dürfen immer wieder den Refrain ins Mikro rufen.

Der Abend schließt in einem fulminanten Finale mit den Stadionhymnen wie „We are the champions“, bei denen die Halle kocht. „Jederzeit wieder“, sagt Besucherin Petra Maischein. Sie hat Queen 1990 live ein Mannheim erlebt und nun ihre Tochter Nike nachträglich „infiziert“. Von der Coverband sind beide hin und weg. ksm

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