Lampertheim

Sozialausschuss Behindertenbeirat gibt Jahresbericht ab / 2018 einige Erfolge erzielt, viele Themen weiter auf der Agenda

Unermüdlicher Kampf für eine barrierefreie Stadt

Archivartikel

Lampertheim.Eine positive Bilanz seiner Arbeit hat der Lampertheimer Behindertenbeirat in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses gezogen, als er seinen Bericht für das Jahr 2018 vorgestellt hat. Petra Brandt als Sprecherin des Gremiums präsentierte, welche Veranstaltungen der Behindertenbeirat im vergangenen Jahr organisiert oder selbst besucht hat.

Dabei hob sie das Inklusionsfest hervor, das im August im Stadtpark gefeiert wurde. „Das werden wir auf jeden Fall wiederholen“, erklärte Brandt und berichtete, wie gut es auch seitens der Bevölkerung angenommen worden sei. Ein weiterer Höhepunkt war für das Gremium eine Reise nach Berlin, zu der sie der Bundesbehindertenbeauftragte Jürgen Dusel eingeladen hatte. Dusel, der seine Jugend in der Spargelstadt verbracht hat, hatte im August in Lampertheim einen Vortrag über Teilhabepolitik gehalten.

Froh über Rampe am Alten Rathaus

Stolz ist der Beirat, dass einige Vorhaben im vergangenen Jahr erledigt werden konnten. Dazu zählt, dass eine monatliche Sprechstunde eingeführt wurde, die auch inzwischen in einem fest zugewiesenen, barrierefrei erreichbaren Büro im Haus am Römer abgehalten werden kann. Auch eine eigene Homepage wurde erstellt. Als Erfolg seiner ehrenamtlichen Arbeit verbucht der Beirat auch den Bau der Rampe am Alten Rathaus, die Anschaffung einer Induktionsschleife im Sitzungssaal des Stadthauses sowie die Einrichtung von vier Behinderten-Parkplätzen an der Hans-Pfeiffer-Halle.

Noch nicht abgehakt sind folgende Punkte:

Bau einer öffentlichen Behindertentoilette im Stadtkern (hier sind die entsprechenden Anträge in den Gremien positiv beschieden worden) und die Einrichtung einer behindertengerechten Toilette in der Hans-Pfeiffer-Halle nach neuesten Standards,

bessere Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), auch wenn viele Haltestellen entsprechend umgebaut wurden, hapere es noch an der Situation in den Bussen,

Verbesserung der 25 bestehenden Behindertenparkplätze im gesamten Stadtgebiet (erst elf wurden umgestaltet),

Beseitigung von Hindernissen im öffentlichen Raum für Sehbehinderte und Blinde,

die Absenkung der Bordsteine in Kreuzungsbereichen (die erfolgt nach und nach im Zuge von Baumaßnahmen).

Sehr unzufrieden ist der Beirat weiterhin mit der Situation am Bahnhof in Lampertheim. Dort sind zwar mittlerweile Aufzüge eingebaut, mit denen gehbehinderte Menschen die Bahnsteige erreichen können. Solange es aber keine Überdachung über den Bahnsteigen gibt, werden sie nicht in Betrieb genommen. Dies ist ein Problem, das die Deutsche Bahn zu lösen hat. Nach deren Aussagen gelingt es momentan nicht, ein Unternehmen zu finden, das die nötigen Bauarbeiten ausführt (wir haben berichtet). Und auch bei einer künftigen Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der Rampe zur Unterführung hat der Beirat einige Ideen zur barrierefreien Gestaltung, die er gerne einbringen möchte, wenn die Planungen konkret werden.

Somit bleiben also zahlreiche Themen auf der Agenda. Für das Jahr 2019 hat sich der Behindertenbeirat laut Brandt vorgenommen, die Kommunikation mit den politischen Gremien und der Verwaltung weiter zu verbessern. Außerdem möchte er erreichen, dass die Homepage der Stadt barrierefrei, das heißt leicht verständlich und auch für Blinde oder Sehbehinderte nutzbar wird.

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