Lampertheim

Musiker Initiative Lampertheim Songs der 50er und 60er Jahre reißen Publikum mit

Ungezügelte Spielfreude belohnt

Lampertheim.Der Schlagzeuger Hans-Jürgen Götz kann noch so spitzenmäßig musizieren, er wird es mit seinem Instrument nicht in die vorderste Reihe der Bühne schaffen, auch wenn er mit dem Schlagwerk den Rhythmus vorgibt. Selbst am Donnerstagabend, als der Drummer die Projektleitung der ausverkauften Veranstaltung übernommen hatte, befand er sich, wie gewohnt, samt Schlagzeug im hinteren Teil der Schwanensaal-Bühne. „Oldies but Goldies – Songs der 50er und 60er Jahre“ stand auf dem Programm der Musiker Initiative Lampertheim (MIL).

Ihn, mit seinen 65 Jahren, würden die Musikfans am ehesten mit den damaligen Hits identifizieren, meinte der Hut tragende Drummer und lächelte verschmitzt. Er hatte sich einen spannenden Gag ausgedacht: Ehe sich der Bühnenvorhang öffnete, waren seine Drummer-Künste zu hören, und die machten neugierig auf mehr. Später bekam Hans-Jürgen Götz doch noch seinen verdienten Solo-Auftritt mit dem berühmten Song „Wipe Out“ von der US-amerikanischen Surf-Rock-Band „The Surfaris“. Vor allem bei diesem Instrumentalstück legte er einen gigantischen dreiminütigen Trommelwirbel auf seinem Drumset hin. Als Anerkennung für seinen Drumsticks-Marathon prasselten Jubelrufe auf ihn nieder, und ein nicht enden wollender Beifall hallte ihm entgegen.

Von Rock bis Pop

Alles in allem war es eine prächtige MIL-Veranstaltung, die die Musikfans vollends begeisterte. Und die Musiker wiederum taten alles, um die Besucher musikalisch zu beglücken. Sie musizierten in ungezügelter Spielfreude und verwöhnten mit großartigem Gesang. Fast jeder der Instrumentalisten ist auch ein eindrucksvoller Sänger. Gepackt von den Oldies, gerieten die Besucher immer mehr in Stimmung, sie sangen, klatschten und tanzten und brachten den Saal zum Beben. „Die Musiker haben eine perfekte Song-Wahl getroffen“, so die Meinung eines Besuchers. Schon von der ersten Note an wurde ausladend getanzt.

Bei rockigen Titeln eroberten vor allem die Frauen die Tanzfläche und tanzten grüppchenweise und bei Schmusesongs drehten Pärchen ihre Runden. Die sechsfache Power-Musiker-Gruppe spielte trotz der älteren Musikstücke aus der Pop- oder Rockgeschichte nie altmodisch, sondern verblüffend erfrischend. Hans-Jürgen Götz stellte seine Musikerkollegen vor. Er freute sich, dass Kai Gäfner, der Saxofonspieler mit der Wahnsinns-Stimme, Patrick Embach, der Multi-Musiker aus Bürstadt mit Bass und Gesang, der exzellent singende Gitarrist aus Biblis, Siggi Groß, und Andreas Haberer (Keyboard, Gesang) vertreten waren. Das Konzert war außerdem undenkbar ohne Helmut Wehe (Gitarre, Gesang), denn der Show-Geübte unterstützte Götz auch in der Moderation. Wehe hatte seine edle Gretsch-E-Gitarre im Gepäck, die ihm viele Soundmöglichkeiten bietet und die der Hingucker war.

Gänsehaut allgegenwärtig

Weil der Projektleiter Götz kein großer Redner ist, verkündete er grienend: „Wir lassen lieber die Töne sprechen“ und ab ging die Post. Der Titel „Pretty Woman“ von Roy Orbison eröffnete bei den Musikfreunden eine Welt voller Leidenschaft. Den Song „Everlasting Love“ sang Patrick Embach und verursachte Gänsehaut, und Siggi Groß riss das Publikum mit dem Titel „The Lions Sleep Tonight“ mit, der später als Filmmusik diente.

Das „A-weema-weh“ trällerte ein Zuschauerchor. Später beeindruckte Groß mit „Rama Lama Ding Dong“ der Gruppe „The Edsels“. Kai Häfner entzückte mit Tom Jones „Delilah“ sowie „Diana“ von Paul Anka und erntete Beifallstürme. Andreas Haberer brachte „The Wanderer“ von Dion eindrucksvoll auf die Bühne. „Wir ziehen die Stimmung mal bissel runter“, witzelte Wehe und kündete „Crying In The Rain“ von den Everly Brothers an, und Embach übernahm die Hauptstimme. Mit dem Elvis-Presley-Song „Teddy Bear“ brachte Wehe die Besucher aus dem Häuschen. roi

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