Lampertheim

Schienenverkehr Lampertheimer Geschäftswelt sieht Gefahren für Wirtschaftsstandort, sollte Bahn die C-Trasse durchsetzen

Unternehmer-Signal gegen ICE-Pläne der Bahn

Archivartikel

Lampertheim.Noch in diesem Jahr will die Bahn offenlegen, welchen Verlauf sie für die ICE-Trasse zwischen Lorsch und Mannheim bevorzugt. Allgemein wird erwartet, dass sich die von Lampertheim und den benachbarten Kommunen abgelehnte Waldzerschneidungstrasse durchsetzen wird. Das hat nun die Lampertheimer Unternehmerschaft alarmiert. Sie will ein Signal gegen die sogenannte C-Trasse setzen.

Die Initiatoren – Carmen Schreckenberger, Stephan Grieser, Peter Liermann und Armin Kohler – gehen in diesen Tagen Klinken putzen. Sie sammeln Unterschriften von Einzelhändlern, Gewerbetreibenden und Unternehmervertretern, um die Forderungen der Bergsträßer Kommunen nach einer Bündelungstrasse zu unterstützen. Mit der Bürgerinitiative „Lebensraum vor ICE-Trasse“ Lampertheim (Bila) kooperieren die Akteure. Doch sie wollen zusätzlich demonstrieren, dass die Unternehmerschaft in Lampertheim ein spezifisches Interesse daran hat, den Lampertheimer Wald bei Neuschloß von Zugverkehr frei zu halten.

Was Fachkräfte abschreckt

Vermessungs-Ingenieur Peter Liermann sieht in der Zerschneidungstrasse einen weiteren Schwerpunkt unter anderen „Belastungsthemen“ in Lampertheim. Dazu zählt er die Altlasten in Neuschloß, den Ausbau der Stromleitungen und die Verlandung des Altrheins. Probleme, die einzelne Unternehmer nicht unmittelbar beträfen, die sich aber insgesamt nachteilig auswirkten auf den Wirtschaftsstandort Lampertheim, wie Peter Liermann zusammen mit „Rechner“-Manager Armin Kohler im Redaktionsgespräch erläutert. Geeignete Fachkräfte zu bekommen sei an sich schon schwierig, nehmen die beiden Unternehmer Bezug auf allgemeine Entwicklungen. Noch schwieriger werde es, wenn potenzielle Bewerber durch konkrete Standortnachteile abgeschreckt würden. Zu wichtigen Standortfaktoren zählten auch Aspekte der Lebensqualität, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Erholungswert der Natur. Diesen sehen die Unternehmer durch eine weitere verkehrsinfrastrukturelle Maßnahme wie die ICE-Trasse beeinträchtigt.

Sie machen zugleich deutlich, dass sie für vitale ICE-Verbindungen sind. In der schnellen Anbindung ans überregionale Bahnnetz sehen sie einen unverzichtbaren Standortfaktor. Doch dies dürfe nicht auf Kosten der Lebens- und Wohnqualität der hier lebenden Menschen gehen. Die Unternehmer gehen davon aus, dass ihr Signal auf den Bahnetagen gehört wird. Eine gestiegene Sensibilität für den Schutz der natürlichen Lebensräume werten sie diesbezüglich als klare Chance.

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