Lampertheim

Untersuchen, woher der Schlamm kommt

Archivartikel

Leserbrief zum Kommentar „Bund im Vorteil“ im „Südhessen Morgen“ vom 10. Oktober:

Im Kommentar titelt Uwe Rauschelbach als Redakteur des „Südhessen Morgen“ seine Eindrücke zur Altrhein-Entschlammung mit dem Satz „Bund im Vorteil“. Eine Sichtweise mit Charme für uns Lampertheimer. Sind wir doch Europäer, Bundesbürger und Bürger von Lampertheim. Also verstehen wir die Überschrift als Vorteil für uns alle. Besser kann’s nicht laufen beim Thema Altrhein.

Warum? Seit Jahren ist der Altrhein ein Sorgenkind für Politik und Verwaltung in Lampertheim. Seit Jahren wurde auf der Stelle getreten. Es geht wie immer um das liebe Geld. Wer soll das bezahlen ...? Jetzt, nach zähen Verhandlungen mit den Verantwortlichen beim Bund und bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes liegen konkrete Vorschläge auf den Tischen.

Die wichtigsten Fragen werden sein: Was wird die Entschlammung kosten und wie hoch werden die Folgekosten sein? Um diese Fragen zu klären, hat sich der Bund bereiterklärt, 100 Prozent dieser Kosten zu übernehmen. Fällen die Lampertheimer Stadtverordneten die Entscheidung für die Entschlammung, wären die Entschlammungskosten dann je hälftig von Bund und Stadt zu bezahlen. Bedingung für diesen Deal: die Stadt Lampertheim müsste dann den Altrhein in ihr Eigentum übernehmen und wird Eigentümer mit allen Folgekosten und natürlich auch mit allen Pachteinnahmen aus den vorhandenen Steganlagen.

Fördermöglichkeiten suchen

Bis heute sind bis auf die Kosten der Schlammproben und der Munitionssuche der Stadt Lampertheim keinerlei Kosten entstanden. Bis die genannten Gutachten vorliegen, sind die Arbeitsgemeinschaft Lampertheimer Altrhein (ALA) und der Projektbeirat zur Entschlammung des Lampertheimer Altrheins (PELA) gefordert, Fördermöglichkeiten zu suchen und weitere Unterstützungstöpfe aus den verschiedenen Bereichen (Europa, Bund, Länder) zu sichten und auf Tauglichkeit zu prüfen. Es sollten aber auch Experten mit Prüfungen beauftragt werden, woher die Verschlammung kommt. Nur so kann man diese künftig vermeiden beziehungsweise eventuelle Verursacher zur Kasse bitten.

Risiko abwägen

Mit diesem dann vorliegenden gesamten Ergebnis müssen die Verantwortlichen der Stadt Lampertheim entscheiden: Kann Lampertheim den Altrhein künftig selbst unterhalten oder sind die Folgekosten so hoch, dass trotz aller inzwischen geschöpften Mittel für kommende Generationen das Risiko zu groß wird? Wenn dem dann so ist, dann ist die Entscheidung endgültig mangels Geld gefallen und ein Lampertheimer Kleinod wird Geschichte sein. Aber vielleicht hat der liebe Gott bis dahin ja noch einen Joker im Ärmel.

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