Lampertheim

Kinderfreundliche Kommune SPD-Fraktion informiert sich

Verwaltung erarbeitet Aktionsplan

Lampertheim.Lampertheim will kinderfreundlicher werden. Das hat die Stadtverordnetenversammlung bereits im Oktober 2018 einstimmig beschlossen. Auf dem Weg zum offiziellen Gütesiegel „Kinderfreundliche Kommune“ (KFK) hat die Stadtverwaltung nun mit der Ausarbeitung eines Aktionsplans eine neue Phase eingeleitet.

Das 36-seitige Papier enthält erstmals Dutzende konkrete Maßnahmen und markiert den Übergang von der Bestandsaufnahme in die Umsetzung. Zugleich ist es die Voraussetzung, den offiziellen Titel „Kinderfreundliche Kommune“ führen zu dürfen – wenn die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Dezember-Sitzung dem Aktionsplan zustimmt.

Das scheint allerdings nur Formsache. Der Magistrat hat den Plan bereits einstimmig durchgewunken. Auch der zuständige Verein, der vom Familienministerium gefördert wird und die Kommunen berät, hatte an den Ideen nichts auszusetzen. Bevor über den Plan im Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch, 25. November, und dann im Parlament beraten wird, hat Rolf Hecher, Leiter des zuständigen Fachbereichs Bildung, Kultur und Ehrenamt, das Papier der Lampertheimer SPD-Fraktion in einer Videokonferenz vorgestellt.

SPD treibende Kraft

Die Sozialdemokraten sehen sich als treibende Kraft bei der Initialisierung des Vorhabens vor zwei Jahren. Geht nun alles seinen geplanten Gang, erhält die Stadt Anfang 2021 offiziell das Siegel. Das wird für drei Jahre vergeben. Die fachmännische Unterstützung und Überprüfung durch den Verein kostet die Stadt jährlich 4000 Euro. Zusätzlich sind mindestens 6000 Euro jährlich für konkrete Maßnahmen im Haushalt vorgesehen. „Hier geht es aber nicht um Geld, sondern um eine Haltung“, betonte Hecher.

Dem Plan gingen mehrere Beteiligungsverfahren wie ein Verwaltungsfragebogen, eine Kinderbefragung mit über 800 Teilnehmern und die Bildung einer Steuerungsgruppe mit Experten voraus. Vier Schwerpunkte wurden benannt: „Vorrang des Kindeswohls“, „Kinderfreundliche Rahmenbedingungen“, „Beteiligung“ und „Recht auf Information“ . Ihnen wurden konkrete Aktionen zugeordnet. Dazu gehören Graffiti-Kunst gegen Angsträume genauso wie eine kindgerechte Aufbereitung der städtischen Homepage. Auch ein neuer Schulwegeplan und die Wiederauflage einer Kinder- und Jugendakademie unter dem Dach der Volkshochschule sind vorgesehen. Ferner könnte neben dem bisherigen Jugendbeirat eine weitere Kindervertretung geschaffen werden. Ein eigener Ansprechpartner wie ein Kinderbürgermeister sei genauso denkbar wie ein Kummerkasten.

Drei Jahre zur Probe

Dabei, so Hecher, unterliege man immer der Überprüfung des Vereins. „Das Siegel gibt’s nicht im Vorbeigehen“, betonte Hecher, der den Verein mit dem TÜV verglich. Nach drei Jahren kann die Stadt entscheiden, ob sie den Prozess verlängern möchte. „Wir wissen, dass wir nicht alle Maßnahmen zu 100 Prozent umsetzen können“, schickte Hecher vorneweg. Vielmehr solle der Weg das Ziel sein. „Grundgedanke muss es sein, Kinder- und Jugendrechte in Alltagsprozesse einzuarbeiten“, so Hecher.

Info: Mehr Informationen unter kinderfreundliche-kommunen.de

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