Lampertheim

Innenstadt Gastronomischer Betrieb soll für Belebung im Stadtzentrum sorgen

Verwaltung will Schiller-Café halten

Archivartikel

Lampertheim.Für eine gastronomische Nutzung des Schiller-Cafés spricht sich der Fachbereich Immobilienmanagement der Lampertheimer Stadtverwaltung aus. Er will dem Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 29. Mai, 19 Uhr, eine entsprechende Beschlussvorlage unterbreiten.

Zuvor hat der Fachbereich, wie in der Vorlage dokumentiert wird, Alternativen geprüft. Etwa die Einrichtung einer Mobilitätszentrale durch den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Die Umbaukosten würden sich hierfür auf schätzungsweise 22 000 Euro belaufen. In Gesprächen mit VRN-Vertretern war eine solche Option als durchaus realistisch erörtert worden. Gleichzeitig hatte die Stadt in Gesprächen mit dem Eigentümer des Bahnhofs über eine kommunale Nutzung des Gebäudes verhandelt – mit dem Resultat, dass es Verhandlungsspielräume gibt, um im Bahnhof eine Mobilitätszentrale zusammen mit der Geschäftsstelle der Gesellschaft Verkehr und Tourismus Lampertheim (VTL) sowie dem Regiebetrieb fürs Stadtmarketing unterbringen zu können.

Da sich allerdings bis jetzt noch nicht abzeichnete, auf welcher finanziellen Basis die Stadt eine solche Vereinbarung treffen könnte, hatte die SPD im Stadtparlament darauf gedrungen, die Zwischenlösung – eine Unterbringung der VRN-Zentrale ins Schiller-Café – wenigstens nicht komplett aus dem Auge zu verlieren.

In der Zwischenzeit war auch erwogen worden, wie aus der Mitteilungsvorlage hervorgeht, das Schiller-Café als Mensa für die Schillerschule zu nutzen, da die Schule Raumnöte beklagt. Doch diese Option wird in der Verwaltung nicht bevorzugt. Durch eine Schulmensa bliebe das Schiller-Café an rund 200 Tagen im Jahr ungenutzt. Dies stehe der Absicht entgegen, für eine Wiederbelebung des zentralen städtischen Platzes zu sorgen. Gerade mit Blick auf die mit dem Stadtumbau verfolgten Ziele einer Aufwertung der Innenstadt sei eine Steigerung der Aufenthaltsqualität auf dem Schillerplatz von vordringlicher Bedeutung. Dies könne am ehesten über eine gastronomische Nutzung erreicht werden.

Umgekehrt liege es im Interesse des Stadtumbaus, den Innenstadtbereich zu entwickeln, um damit auch Voraussetzungen für einen erfolgreichen gastronomischen Betrieb zu schaffen. So werden im Stadtumbaukonzept etwa Bezüge zwischen dem Schillerplatz und dem Quartier zwischen Domgasse und Emilienstraße hergestellt. Wie berichtet, soll dort ein städtebauliches Entwicklungskonzept realisiert werden, inklusive einer baulichen Verdichtung und der Schaffung einer Kulturstätte.

Das Entwicklungskonzept wird als Basis für weitere Entscheidungen über die Nutzung des Schiller-Cafés betrachtet. Konkrete Ergebnisse liegen dem Vernehmen nach nicht vor; dennoch geht die Verwaltung davon aus, dass eigentlich nur eine gastronomische Nutzung des Cafés für die gewünschte Innenstadtbelebung sorgen kann.

SPD-Fraktionschef Marius Schmidt erklärt auf Anfrage, die Verwaltungsposition sei unter den gegebenen Bedingungen akzeptabel. Er hätte sich aber eine entsprechende Entscheidung zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt gewünscht.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional