Lampertheim

Kerwe 31. Künstlermarkt lockt Besucher / Händler mit verkaufsoffenem Sonntag zufrieden / Rückzug einiger Vereine spürbar / Kritik an Shuttle-Service

Viel Andrang – aber auch einige Lücken

LAMPERTHEIM.Am Sonntag bewies die Lampertheimer Kerwe, dass zur traditionellen „Kirchweih“ in der Spargelstadt nicht nur Alkohol und Bratwurst gehören. Künstlermarkt und verkaufsoffener Sonntag lockten bei Sonnenschein zahlreiche Besucher ins Kerwedorf und in die Innenstadt.

Auch am Samstag war das Wetter bestens und die Kerwe gut besucht. Allerdings nur an einzelnen Ständen. Die Lücken auf der Festmeile werden immer größer. Was Margit Karb, Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins kürzlich im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ schon befürchtet hatte, trat ein. „Die Kerwe wird immer kleiner, die Lücken immer größer“, hatte sie im Vorfeld gesagt.

In diesem Jahr vermissten viele Besucher beispielsweise den Stand der DLRG, die wegen schwindenden Einnahmen gar nicht erst teilgenommen hatte. Ohnehin verirrte sich ans Ende der Festmeile in Richtung Neuschloßstraße in den Abendstunden kaum eine Menschenseele.

Dort, wo es aber Musik und Getränke gab, tummelten sich auch bis in die Nacht noch viele Lampertheimer. So etwa an den Ständen der TV-Handballabteilung, der Pfadfinder oder beim Getränkehandel Boxheimer. Zumindest für das Ausbleiben vieler Stadtteilbewohner hatten die, die gekommen waren, eine eigene Erklärung. „Wir vermissen den kostenlosen Shuttle-Service. Er müsste ja nicht jede Stunde fahren, aber seitdem der Bus Geld kostet, stehen an der Haltestelle eben nur noch fünf statt 15 Leute“, meinte eine Hüttenfelderin. Von Hofheim war der Andrang ohnehin gering, denn deren Kerb findet zeitgleich statt. Über mangelndes Publikum beschwerten sich die Gewerbetreibenden am Sonntag dagegen nicht. „Schön, dass mal was los ist“, sagte eine Bummlerin, „sonst ist hier ja tote Hose.“ Auf dem Schillerplatz fand der 31. Künstlermarkt statt, auf dem Schmuck, Korb-, Flecht- und Häkelwaren, Blumen, Schnitzarbeiten und Marmelade feilgeboten wurden. „Klein aber fein“, fand Familie Eisenbraun. Für die Lampertheimer ist der Familienausflug mit Enkeltochter Paula zum Markt schon obligatorisch. An die Neunjährige erinnerte sich sogar noch die Schmuckhändlerin, bei der sie vor zwei Jahren ein Medaillon gekauft hatte. Nun kam noch eine kleine Eule hinzu. „Die liebt sie“, wusste der Opa.

„So freundliche Kunden gibt es nicht überall“, fanden die Schmuckkünstler Gisela und Torsten Marquardt, die schon zum fünften Mal aus Graben-Neudorf bei Karlsruhe angereist waren. Als wandernde Künstlerin zieht Lisa Obermeyer im bunten VW-Bulli von Markt zu Markt, weil sie „irgendwann mehr bastelte als sie verschenken konnte“. Ein schöner Markt mit breitem Angebot sei es, stimmte auch sie in das allgemeine Loblied ein.

Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Vereine – mit ihrem immensen, ehrenamtlichen Aufwand – am Ende zufrieden mit der Kerwe sind und der Kerwe treu bleiben. ksm

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional