Lampertheim

Seniorenbeiratswahl 2019 Am 7. November wird der neue Seniorenbeirats in Lampertheim gewählt / Diesmal stehen nicht nur Delegierte, sondern auch Bürger zur Wahl

Viele Aufgaben für den neuen Seniorenbeirat

Lampertheim.Auch wenn die anstehende Wahl des Seniorenbeirats in Lampertheim nicht unbedingt das beherrschende Stadtgespräch ist – das Gremium dürfte in Zukunft eher als Ansprechpartner und Ratgeber in der Stadt gefragt sein als in früheren Zeiten. „Schon alleine weil die Zahl der Senioren steigt, hat das Gremium in den vergangenen Jahren an Akzeptanz hinzugewonnen“, sagt Gerlinde Hellmuth, die scheidende Vorsitzende des Seniorenbeirats.

Nach vier Jahren verlässt die 74 Jahre alte Pensionärin nun aus privaten Gründen die Bühne. „Allerdings bleibe ich auch noch tätig für den Beirat“, fügt die frühere Abteilungsleiterin für berufliche Schulen in Nordbaden hinzu. Das Gremium vertritt nicht nur die Interessen älterer Menschen in der Stadt, der Beirat hat auch die Aufgabe, Probleme und Anforderungen in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken. „Ich finde beispielsweise, dass wir künftig ein Männerfrühstück organisieren könnten“, sagt Hellmuth.

So sei zu beobachten, wie sich gerade Männer im Alter aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Das wäre womöglich ein Thema, das der neue Seniorenbeirat angehen könnte. Auch die Frage, wie sich ältere Menschen fit halten können, sei mit Blick auf die steigende Lebenserwartung weiterhin ein bedeutsames Thema.

Großes Interesse an Vernetzung

Schon heute organisiert das Gremium nicht nur Museumsbesuche und Gespräche mit der Polizei in Sachen Sicherheit; auch die Spielenachmittage oder beispielsweise auch die Theatergruppe für Senioren seien Einladungen zum Miteinander, sagt Hellmuth. Daran weiterzuarbeiten werde eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft bleiben, prognostiziert die Frau, die ursprünglich aus dem Saarland stammt.

Hellmuth geht auch davon aus, dass die Zusammenarbeit des Seniorenbeirats mit einem anderen wichtigen Gremium – nämlich dem Behindertenbeirat – künftig noch intensiver werden dürfte. „Es gibt in Teilen sehr ähnliche Anliegen der verschiedenen Beiräte. Etwa wenn es um die Barrierefreiheit in der Stadt und im öffentlichen Personenverkehr geht“, sagt sie. Zusammenarbeit und die Vernetzung lägen in beidseitigem Interesse. „Wer sich nicht organisiert, wird es auch in Zukunft schwer haben“, sagt Hellmuth. Auch wenn die verschiedenen Seniorenbeiräte seit 2007 schon einiges erreicht hätten – das Engagement für ältere Frauen und Männer sei auch weiterhin erforderlich, ist Hellmuth überzeugt.

Ähnlich sieht das Bernd Ranko, in der Stadtverwaltung für die Belange der Senioren zuständig. „Allerdings empfinde ich es auch als bedenklich, dass sich die Schere zwischen wohlhabenden Senioren und älteren Menschen mit kleiner Rente weiterhin öffnet“, sagt der 62 Jahre alte Fachbereichsleiter.

Zu wenig günstige Wohnungen

Dies könne etwa mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum problematisch werden, fügt er hinzu. Zwar würden in verschiedenen Stadtteilen Lampertheims momentan Sozialwohnungen entstehen. Aber ob dies langfristig ausreiche, sei fraglich. Um das Problem zu lösen, seien zwar Land und Stadt gefragt. Gleichwohl liege es am Seniorenbeirat, die Aufmerksamkeit der Politik auf ein so drängendes Probleme zu lenken. Am Donnerstag, 7. November, wird die Wahl nicht nur als Delegiertenwahl, sondern erstmals auch ergänzend dazu als Versammlungswahl abgehalten.

Dabei sind auch Lampertheimer Bürger, die mindestens 60 Jahre alt sind, wahlberechtigt. Noch stehen nicht alle Kandidaten fest. Klar ist nur, dass auf die fünf Delegierten und die vier anderen Mitglieder aus der Bürgerschaft eine spannende Aufgabe warten dürfte.

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