Lampertheim

Serie Schützenverein Hubertus nutzt Zwangspause für Renovierung und Reinigung / Neben dem Training fehlt vor allem die Geselligkeit / Steigender Kostendruck

Viele hilfsbereite Mitglieder packen in der Krise an

Archivartikel

Lampertheim.„Wir vermissen nicht nur den Schießsport mit seinem intensiven Training, sondern vor allem das Vereinsleben“, sagt der Vorsitzende des Schützenvereins Hubertus Lampertheim Wilfried Olbricht über die Corona-Zeit. Auf dem Vereinsgelände in der Rosenaustraße, wo sonst täglich außer dienstags lebhafter Schießbetrieb herrschte, ist Leere und Stille eingezogen.

„Wir hatten schon beim ersten Lockdown im Frühjahr sechs Wochen komplett geschlossen“, berichtet Olbricht, „und anschließend unter strengen Hygieneregeln den Trainingsbetrieb wieder eröffnet.“ Das Vereinsheim blieb geschlossen, die Schießstände wurden reduziert, um den Abstand zu wahren. Geschossen werden konnte nur in einem Zeitfenster von einer Stunde nach telefonischer Anmeldung. Meisterschaften entfielen in dieser Zeit, die Runden- oder Mannschafts-Wettkämpfe wurden auf dem eigenen Schießstand ausgetragen, die Ergebnisse dem Gegner übermittelt. Der zweite Lockdown hat nun alle Aktivitäten wieder zum Erliegen gebracht.

„Wir müssen trotzdem Gelände und Vereinsheim pflegen, die Räumlichkeiten heizen und nach dem Rechten schauen“, erklärt Olbricht, der versucht, dem Ganzen auch etwas Positives abzugewinnen. „Wir haben nun Gelegenheit, unseren Vereinssaal zu renovieren und die Außenanlage zu reinigen und zu kontrollieren.“ Es gebe eine Vielzahl von hilfsbereiten Mitgliedern, die mitanpacken. „Dadurch können wir die Instandhaltungskosten niedrig halten“, freut sich der Vorsitzende.

Die finanzielle Herausforderung durch den Lockdown bereitet dem Verein dennoch Sorgen. Da die verpachtete Gaststätte erneut schließen musste, fehlen dem Wirt die Einnahmen. „Wir haben die Mietzahlungen vorübergehend ausgesetzt“, so Olbricht. Außerdem fielen die sonst üblichen Veranstaltungen der Schützen während der Pandemie weg: Wildessen zum Jahresauftakt, gefolgt vom öffentlichen Ostereierschießen, Maifeier, Jedermann-Schießwoche und Weihnachtsfeier. Alle Veranstaltungen erzielten Einnahmen, die notwendig seien, um den Schießbetrieb aufrecht erhalten zu können. Darüber hinaus koste die Modernisierung der Anlagen erhebliche Investitionsmittel. Digitalisierung der Schießergebnisse bis auf die Stellen hinter dem Komma sei mittlerweile Standard und werde in den Wettkämpfen erwartet. Dazu kommen Investitionen in den Jugendbereich. „Wir haben die größte Jugendabteilung im Kreis mit 18 Schützen, die kostenfrei bei uns trainieren. Natürlich gehört auch die Ausrüstung dazu“, betont Olbricht.

Beim Rundgang durch die Schießanlagen zeigt der Vorsitzende die erforderlichen Sportattribute: Spezialjacke, Spezialhose, Hand- schuhe – alles gepolstert, sowie extra Schuhe für den sicheren Stand gehören dazu. Dazu kommt das Präzisions-Luftgewehr. Alles in allem dürften zwischen 3500 bis 4000 Euro zusammenkommen, ehe der erste Schuss abgefeuert ist. Das belastet den Etat. „Als erste Konsequenz haben wir diverse Investitionen zurückgestellt“, erklärt der Vorsitzende. Was bleibt, ist die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Absoluter Stillstand ist trotzdem nicht angesagt. Als nächstes muss die Schießanlage besenrein gemacht werden, denn Ende Januar kommt der Schießsachverständige, sozusa- gen der TÜV beim Schießen. Außerdem stehen die Bezirksmeisterschaften an, die voraussichtlich im Februar stattfinden sollen.

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