Lampertheim

Vision mit Charme

Archivartikel

Uwe Rauschelbach zur Frage des Standorts für eine Kulturstätte

 

Ein Haus der Kultur auf dem Biedensand-Campus? Diese Vision klingt in der Tat verlockend. Sollte auch die Musikschule einen Umzug aufs Schulgelände erwägen, wäre die Ansiedlung einer Kulturstätte in unmittelbarer Nähe fast die logische Folge. Sofern der Bildungsauftrag auch die Vermittlung kultureller Werte betrifft, muss den Entscheidern auch an kurzen Wegen gelegen sein, um mögliche Hemmschwellen abzusenken. Außerdem böte ein kultureller Mittelpunkt auf dem Campus-Gelände die Chance, den mit einer solchen Einrichtung verbundenen hohen Parkplatzbedarf von vornherein ins Kalkül zu ziehen. Zusätzlichen Charme gewönne eine solche Option nicht zuletzt auch durch die potenzielle Aussicht auf eine Kostenteilung zwischen Stadt und Kreis.

Andererseits: Lampertheim braucht dringend eine Belebung der Innenstadt. Das Zentrum verödet zusehends. Zur Steigerung eines urbanen Lebensgefühls gehört aber auch ein kulturelles Angebot, das von Dönerbuden und Shisha-Bars nicht befriedigt wird. Auch ein gut gehendes Schiller-Café macht aus einer Innenstadt sicher noch kein pulsierendes Zentrum. Zu prüfen wäre darüber hinaus, inwieweit eine Kulturstätte auf einem Campus nicht doch eher vorwiegend als schulische Einrichtung betrachtet würde; zumindest bräuchte es einen Koordinator mit Überblick, der die unterschiedlichen kulturellen Interessen dieser Stadt mit denen der Schulen abstimmt.

Noch steht ein Nutzungskonzept für die Innenstadt aus, das Aussagen über aktuelle Bedarfe verspricht. Seine Ergebnisse sollten für eine weitere Diskussion maßgeblich sein.

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