Lampertheim

Vom Wert eines Gewässers

Uwe Rauschelbach denkt über den Kauf des Altrheins nach

Die Stadt geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, um zu einer Entschlammung des Lampertheimer Altrheins zu kommen. Nicht mehr fraglich ist damit die Abwägung zwischen Entschlammung und Verlandung. Die Stadt hat sich dafür entschieden, dass der Altrhein Wasserstraße bleiben soll. Die Zukunft der Wassersportvereine hängt davon ab, aber auch die Naherholung und die Attraktivität dessen, was man sich von einer touristischen Verwertung des Naturschutzgebietes verspricht.

Nun also die Frage, ob die Stadt den Altrhein kaufen soll. Dabei muss sie zwischen Pest und Cholera entscheiden: Kauft sie den Altrhein nicht, droht die Verlandung und müsste die Stadt die Entschlammung selbst bezahlen. Will sie das nicht, würde sie den Altrhein unter der Voraussetzung kaufen, dass der Bund ihn zuvor entschlammt. Beide Alternativen würden, so die bisherigen Kostenschätzungen, zweistellige Millionensummen verschlingen. Da die Stadt über die entsprechende Liquidität nicht verfügt, wird sie weder die eine noch die andere Option nutzen können. Außerdem sind die Vorteile eines Kaufs noch nicht ersichtlich; denn in diesem Fall wäre die Stadt nicht nur dazu berechtigt, für den Altrhein Verantwortung zu tragen, sondern auch dazu verpflichtet. Mit allen sich daraus ergebenden Folgen.

Über Kontakte in die Landes- und Bundespolitik wollen die städtischen Altrhein-Aktivisten den Wert des Gewässers für das Wohlergehen und die Zukunft der Stadt auf die Waagschale legen, um auf diese Weise finanzielle Unterstützung zu generieren. Da die Stadt die erforderlichen Mittel nicht alleine aufbringen kann, wird die Zukunft des Lampertheimer Altrheins vom Ausgang dieser Gespräche abhängen.

 
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