Lampertheim

Neuschloß Baugenossenschaft stellt Bürgerkammer ihr Neubau-Projekt vor / Weitere Themen ICE, Busverkehr und Gestank

Von Sozialwohnungen bis Lichterzug

NEUSCHLOß.Die Baugenossenschaft Lampertheim (BGLA) hat in der jüngsten Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß über das Bauvorhaben „Ulmenweg/Wachholderweg“ informiert. Geschäftsführer Wolfgang Klee und Architekt Gerd Siegler stellten im Bürgersaal am Ahornplatz die aktuellen Pläne für das Areal an der L 3110 vor. Auf dem ehemaligen Gelände der katholischen St.-Andreas-Gemeinde sollen demnach 15 barrierefreie Sozialwohnungen nach neusten Standards auf vier Stockwerken und 1273 Quadratmetern Wohnfläche entstehen (wir berichteten).

Die Wohnungen mit drei, vier und fünf Zimmern sind nicht für den freien Markt bestimmt. „Hier dürfen nur Menschen mit einem sogenannten Wohnungsberechtigungsschein einziehen – also Menschen mit einem bestimmten, maximalen Grundeinkommen“, erklärte Geschäftsführer Klee. Architekt Gerd Siegler nahm Anregungen der Stadtteilvertretung in Sachen Lärmschutz, Parksituation und Durchgangswege auf.

Baubeginn noch offen

Über den Baubeginn für das etwa zwölf Meter hohe Flachdachhaus konnte er noch keine verlässliche Aussage machen, die Pläne sollen Ende des Jahres fertig sein. Das hänge auch von eventuellen Auflagen durch das Kreisbauamt ab – etwa bei neuen Erkenntnissen in Sachen Altlasten oder ICE-Trasse.

Denn mit den Altlasten, der Trassenführung, dem Busverkehr im Stadtteil und dem Kanalgestank musste sich die Bürgerkammer einmal mehr mit Dauerthemen auseinandersetzen. Sowohl in den „Sandgruben“ als auch im „Roten Hof“ schlummern unter der Erde zahlreiche Schadstoffe der ehemaligen Chemischen Fabrik, die ab 2022 gesichert werden müssen (wir haben berichtet). Teilweise seien Privatgrundstücke am Waldrand betroffen. „Es war klar, dass dieses Thema kommt. Wir werden es begleiten“, kündigte Bürgerkammervorsitzende Carola Biehal auch in ihrer Funktion als Sprecherin des Projektbeirats Altlasten Neuschloß (PAN) an.

Die Vorsitzende appellierte an die Bevölkerung, das Meldesystem für den Kanalgestank im Internet unter neuschloss.net verstärkt zu nutzen. Aktuell teste die Stadt die Reduzierung eines geruchsneutralisierenden Mittels gegen den Gestank von Schwefelwasserstoff. „Es soll ja nicht unnötig Chemie in den Kanal. Resignieren Sie nicht, wir brauchen Ihre Mithilfe“, bat Biehal.

In Sachen Trassenführung der Deutschen Bahn brachte Ulrich Guldner von der Bürgerinitiative BILA die Mitglieder auf den neuesten Stand. Er zeigte erstmals einen Film vom Lichterzug und berichtete von den drei Varianten, welche die Bahn prüft. Neben der ungeliebten Zerschneidungsvariante positionierte er sich auch klar gegen eine Variante an der A5, die westlich unmittelbar an Hüttenfeld vorbei führt. „Auch dagegen werden wir vereint vorgehen“, kündigte Guldner an. Im städtischen Haushalt sind bereits 10 000 Euro für Gutachten eingestellt, eines laufe bereits, wie Erster Stadtrat Jens Klingler berichtete. Er kündigte ferner die Erneuerung des Kita-Außengeländes an.

Für viel Zündstoff hatte in der Vergangenheit der Busverkehr im Ahornweg gesorgt. Nach einem Vor-Ort-Termin habe man sich mit dem Ordnungsamt auf versuchsweise Änderungen für drei Monate geeinigt. Vom hinteren Akazienweg bis zum Eichenweg wird eine 20-Stundenkilometer-Zone und eine Einbahnstraße eingerichtet, Parkflächen werden neu eingezeichnet. Die Stadt prüft außerdem die Standorte der drei Altglascontainer im Stadtteil. Biehal teilte ferner mit, dass die Baumaßnahmen am Beamtenbau im Herbst beginnen.

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