Lampertheim

Elisabeth-Selbert-Schule Elena Fink gewinnt Schreibwettbewerb

Von Traum- und Albtraumwelten

Archivartikel

LAMPERTHEIM.In den Flimmerkisten des Landes erheben sich seit Wochen die Toten im Norden zum Kampf, menschliche und überirdische Superhelden retten auf den Kinoleinwänden das Universum. Nicht erst seit der neuesten „Game of Thrones“-Staffel oder dem Blockbuster „Avengers“ ist das Fantasy-Genre in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In der Literatur hat es spätestens seit Tolkiens „Der Herr der Ringe“ einen festen Platz in den Bestsellerlisten. Auch die Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule betraten beim diesjährigen Schreibwettbewerb literarisch Pfade in „Andere Welten“.

Dabei bewiesen die Teilnehmer, dass zu diesem Thema aber mehr als nur feuerspeiende Drachen, actiongeladene Heldenepen und kunterbunte Fantasiewelten gehören. „Andere Welten als Thema war absichtlich frei gewählt“, berichtete Organisatorin Sandra Oettrich im Pressegespräch anlässlich der Gewinner-Präsentation. Es sei nicht nur um Science-Fiction- und Fantasy-Welten, sondern auch um eigene Träume und Gedanken gegangen, so die Lehrerin.

Weniger Einsendungen

Dennoch sei die Teilnehmerzahl in diesem Jahr gesunken. Das habe aber nicht die Qualität der Einsendungen gemindert. Besonders überzeugt hat einmal mehr die Zwölftklässlerin Elena Fink. Mit ihrer Geschichte „Mein imaginäres Chaos“ gewann die 18-Jährige den Wettbewerb. Ihre Story handelt vom imaginären Mr. Rickels und der Frage, was mit Menschen passiert, die nicht gut genug für den Himmel, aber auch nicht schlecht genug für die Hölle sind. In ihrer Geschichte werden sie nach ihrem Ableben zu einem Dasein als unsichtbare Kindermädchen verdammt. Damit hat die Schülerin zum zweiten Mal in Folge gewonnen.

Zu Hause schreibe sie ebenfalls viel, berichtete Fink. Sie schreibt Buch-Enden um, denkt sich Kurzgeschichten aus – und eine fast 500-seitige Geschichte hat sie schon niedergeschrieben. „Bisher“, verriet sie, „aber nur für mich selbst“. Der Zweitplatzierte Sebastian Weiss überzeugte mit Poesie und Witz in einem Gedicht zum Ursprung des Universums. Der Drittplatzierte Aljoscha Adamek hat sich die Geschichte eines jungen Mädchens ausgedacht, das sich aus der „persönlichen Hölle“, der Familie, in eine Traumwelt bei Freunden flüchtet. Für alle anderen Teilnehmer gab es von der Volksbank Trostpreise. Der evangelische Pfarrer Reinald Fuhr aus Hüttenfeld, von Anfang an Mitglied der Jury, lobte die Autoren. Gerade in Zeiten der ständigen Selbstoptimierung sei Schreiben ein guter Weg zu sich selbst. „Wir entdecken dabei Dinge, die schon in uns stecken“, so Fuhr.

Im kommenden Jahr können Elena Fink, Sebastian Weiss und Aljoscha Adamek nicht mehr antreten. Alle drei verlassen im Sommer die Schule. Ihre Erfolgsgeschichte könnten sie dann aber beim Schreibwettbewerb der Städte Lampertheim und Bürstadt fortsetzen, findet Lehrerin Sandra Oettrich. ksm

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