Lampertheim

Schiller-Café Neue Ausstellung informiert über die kleinen Spinnentiere / Vorbeugemaßnahmen, Impfmöglichkeiten und Risiken

Vorsicht, Zeckengefahr!

Archivartikel

Lampertheim.Es gibt eine neue Ausstellung im Schiller-Café auf dem Großen Schillerplatz: Die Informationsschau heißt „Zecken – das Erkennen der Symptome, Behandlungs- und Vorbeugemaßnahmen“ und kann aufgrund der Corona-Pandemie nur von außen durch die großen Glasscheiben betrachtet werden.

Bürgermeister Gottfried Störmer hob zur Ausstellungseröffnung die Wichtigkeit hervor, in diesem Thema sachkundig beraten zu werden. Gerade während der Corona-Pandemie hielten sich die Menschen viel draußen im Grünen auf. Außerdem freute sich Störmer, dass für die Stellwände der Ausstellung das Schiller-Café genutzt wird. Es ist eine Informationsausstellung des Gesundheitsamtes Heppenheim, die die Gesundheitspräventionsbeauftragte des Kreises Bergstraße, Reinhild Zolg, aufgebaut hatte. Die breite Öffentlichkeit könne sich so über Zecken und die gefährlichen Krankheiten, die durch einen Zeckenstich ausgelöst werden können, beraten lassen. Der Kreisverwaltung sei die Aufklärung der Bürger vor allem über Zecken und FSME sehr wichtig, zumal der Kreis Bergstraße zu den FSME-Hochrisikogebieten in Deutschland zähle, betonte Zolg.

Spinnentiere das ganze Jahr aktiv

Derzeit gebe es zwei verschiedene Arten von Viren, die für die Menschen gefährlich sind, erläuterte die Vize-Landrätin und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz. Zum einen das Covid-19-Virus und zum anderen das FSME-Virus. Zahlreiche Menschen infizierten sich durch einen Zeckenstich mit Borreliose oder dem Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus). Und laut Experten lauerten in diesem Jahr noch mehr Zecken. Der Grund für die Vielzahl seien die milden Winter. Dadurch seien die Spinnentiere fast das ganze Jahr über aktiv, und die Gefahr einer Übertragung mit dem FSME-Virus steige. „Von Zecken gehen zwei Erkrankungen aus“, erklärte Dr. Matthias Früh, Facharzt für Allgemeinmedizin und Vertreter des Lampertheimer Gesundheitsnetzes Gala. Durch ihren Stich könne der Mensch mit Borreliose oder der Frühsommer-Meningoenzephalitis (eine Form der Gehirnhautentzündung) infiziert werden. Eine Meningoenzephalitis-Infektion könne alle Altersgruppen befallen und einen ausgeprägten Verlauf haben.

Um sich vor dem risikoreichen FSME-Virus zu schützen, empfahl Dr. Früh sich beim Arzt eine FSME- Impfung gegen Meningoenzephalitis geben zu lassen. Gegen Lyme-Borreliose liege noch kein Impfstoff vor. Je nach der Region seien Zecken mit Borrelien befallen, erläuterte Sibylle Fath, die Inhaberin der Andreas-Apotheke. Sie sagte: „Borrelien sind Bakterien, und deshalb wird der Betroffene mit Antibiotika behandelt.“ Fath empfahl eine Grundimmunisierung oder dementsprechende Auffrischungsimpfung für Kinder und Erwachsene mit FSME-Impfstoff. Außerdem gebe es eine FSME-Schnellimpfung.

Als Vorbeugung gegen einen Zeckenbiss riet Fath Anti-Zecken-Mittel zum Aufsprühen auf die Haut. Weiterhin solle lange, helle Kleidung getragen werden, und nach einem Spaziergang durch hohe Gräser, Gartenarbeit oder Spiel im Garten sowie Joggen im Wald solle der Körper nach Zecken abgesucht werden. „Zecken sind Parasiten, die auch Tiere befallen können“, sagte der Veterinärmediziner Thomas Faßbender. Beim Stechen könnten sie zahlreiche Krankheitserreger auf den Vierbeiner übertragen. Der Gemeine Holzbock könne Hund und Hundehalter mit Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren anstecken. Die blutsaugende Zecke sollte vorsichtig entfernt werden. Für Menschen eigne sich eine Zeckenkarte und für Tiere ein spezieller Haken. Der Zeckenstich solle desinfiziert und beobachtet werden. Eine Tötungsmethode sei durch Zerquetschen in einem gefalteten Papier, riet der Amtstierarzt. Die Auwaldzecke sei eine neue Art und habe sich stark verbreitet. Ein Stich von ihr könne bedrohliche Erkrankungen bei Menschen und Tieren verursachen. roi

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