Lampertheim

Sommertour I Sozialdemokraten besuchen Einrichtung nahe der Grillhütte

"Waldkindergarten trifft Zeitgeist"

Archivartikel

Lampertheim.Die zweite Etappe ihrer Sommertour führte die Lampertheimer SPD am Montag in den Waldkindergarten "Fuchsbau". Gegen 18 Uhr erreichten die Genossen das Areal nahe der Grillhütte, wo sie von Leiterin Susanne Jäger in Empfang genommen wurden. Insgesamt 24 Besucher zeigten sich interessiert an der am 1. Mai eröffneten Institution, unter ihnen die Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht, Ortsvereinsvorsitzender und Erster Stadtrat Jens Klingler sowie Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt.

Vier Erzieher kümmern sich hier um den Nachwuchs, die Kita hat aktuell eine Kapazität von 20 Plätzen, von denen nach den Sommerferien fast alle vergeben sein werden. Jäger beschrieb die Begeisterung der Kinder, die im Wald keine ausgefallenen Spielsachen bräuchten, um die Langeweile zu vertreiben. Natürlich gebe es aber auch Abstriche zu machen. So sorge eine Schwengelpumpe für die Wasserversorgung, was mit den hygienischen Rahmenbedingungen eines Norm-Kindergartens nicht vergleichbar sei, die Notdurft müssten die Kleinen auf einem Dixie-Klo verrichten. Darüber hinaus gehe die Betreuung nur bis 14 Uhr, da kein warmes Mittagessen angeboten werden könne.

Doch ansonsten seien Betreuer wie Kinder nur am Schwärmen. Den nahe gelegenen Waldspielplatz und den Naturlehrpfad können sie ebenso nutzen, wie den Bolzplatz. Den einzigen richtigen Zaun gibt es zum Schutz des Gemüsebeetes, welches die Kindergartengemeinschaft nicht den Wildschweinen überlassen möchte. Die Feuerstelle existiert nicht nur zur Freude der Zweibeiner. "Als wir das letzte Mal Feuer gemacht haben, haben sich einige Zauneidechsen zu uns gesellt und die Wärme genossen", äußerte sich Jäger positiv über all das Spannende, das es im Forst zu entdecken gibt.

Bauwagen bietet Gemütlichkeit

Der zum Kindergarten gehörende Bauwagen ist eine Spezialanfertigung und hat mit neun Metern Länge einen großen und gemütlichen Innenraum. "Trotzdem wird der nur im Notfall in Beschlag genommen, da die Kinder viel zu gerne draußen sind", so Jäger.

Nur vor zwei Szenarien fürchtet sich die Leiterin: dass ein Waldbrand ausbrechen könnte oder dass eines der Kinder im Wald verloren geht. Deshalb gelte die Regel: "Nicht verstecken, es sei den wir spielen das alle."

Für den Fall eines Unwetters gibt es einen Plan B, auf den man bereits kürzlich bei starkem Gewitter zurückgreifen musste. "Da es am Morgen geblitzt und gedonnert hat, hat uns die Kita-Neuschloss aufgenommen", informierte die Leiterin.

Wie seine Parteifreunde zeigte sich auch Jens Klingler angetan. Er sprach davon, mit der Errichtung des Waldkindergartens "den Zeitgeist" zu treffen und bereute, dass dieser Schritt nicht schon vor Jahren gewagt wurde. jkl

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