Lampertheim

Neuschloß Bürgerkammer organisiert adventliches Beisammensein / Bunter Mix aus Tradition und kreativen Ideen der Bewohner

Weihnachtlicher Ahornplatz

NEUSCHLOß.Die Straßen, Fenster und Weihnachtsbuden leuchten festlich in der Dunkelheit, der Posaunenchor spielt Weihnachtslieder und aus den heißen Tassen dampft Glühwein. Adventsstimmung liegt am Sonntag beim Weihnachtsmarkt in Neuschloß in der Luft. Zu den Düften von Zimt, Nelken und Plätzchen mischen sich dann aber auch Pizza, Kochkäse mit Musik und Apfelwein. Das passt nicht zueinander? Passt doch, finden die Neuschlößer. Am Sonntagabend hat der kleine Stadtteil auf dem Ahornplatz mit viel Engagement aus der Bevölkerung einen etwas anderen Weihnachtsmarkt gefeiert.

„Klein, aber fein“

Dabei ist es gerade der Mix aus traditionellen Weihnachtsbräuchen und eigenen, kreativen Ideen der Bewohner, die das besondere, familiäre Flair des eintägigen Weihnachtsmarktes ausmachen. Neben Vereinen und Einrichtungen wie der Kindertagesstätte oder dem SC Kurpfalz beteiligen sich beim Neuschlößer Weihnachtsmarkt auch Einzelpersonen aus dem Stadtteil. Denn für sie ist der Weihnachtsmarkt eine willkommene Gelegenheit der Zusammenkunft und des Austauschs in manchmal besinnlicher, manchmal geselliger Atmosphäre.

„Klein aber fein“, nannte es Bürgerkammervorsitzende Carola Biehal in ihrer Begrüßung. So kommt in Neuschloß, trotz einiger krankheitsbedingter Absagen in diesem Jahr, schon seit 1992 jährlich ein für die Größe der Ortschaft verhältnismäßig vielfältiger Markt zustande. „Das ist das Schöne an Neuschloß“, erklärt Bürgerkammer Pressesprecher Michael Bayer, „jeder macht einfach das, was er am besten kann“.

Während die evangelische Kirchengemeinde handgemachte Bastel- und Schnitzarbeiten, Glühwein, Linsensuppe und Kaffee mit Kuchen anbietet, bereiten Carsten Anghel und Nathanael Tirtha nebenan die Odenwälder Version von Pommes mit Kochkäse und „Musik“ zu. Mit ihrem Stand „Newcastle Streetfood“ sind sie zum ersten Mal beim Weihnachtsmarkt dabei, unter dem Namen „gow ’n‘ gow – steamed buns“ schlagen die Hobbyköche mit persönlicher Verbindung nach Neuschloß drei bis vier Mal jährlich bei Festen auf, passen ihr Angebot an die Location an. Auch wenn ihr „Streetfood auf Hessisch“, wie sie es nennen, wenig mit der Weihnachtstradition tun hat – den Neuschlößern gefällt es. „Mal was Neues und Anderes“, freuen sich viele Besucher und probieren.

Tradition hat in Neuschloß dagegen schon die Pizza. Seit 26 Jahren hat Familie Castellani mit ihrem Pizzaofen einen kleinen Stand. Bei Preisen von 4,50 Euro für die ganze Pizza sei nicht der Gewinn die Motivation für ihren Stand. „Wir sind Neuschlößer“, sagt Familienvater Sergio schlicht. Der Ofen habe ohnehin in der Garage gestanden, für ihn ist das Begründung genug. Man wolle den Bürgern etwas bieten, um zusammen zu kommen. „Anderswo kennen sich Nachbarn ja nicht mehr. Das ist hier nicht so“, stellt er fest. „So tickt eben Neuschloß“, freut sich Mitorganisator Michael Bayer. Dabei stand der Markt in diesem Jahr auf der Kippe. Für den verhinderten, langjährigen Organisator Stefan Spiesberger sprang dann die Bürgerkammer ein. Neben Essen und Trinken gab es erneut ein weihnachtliches Rahmenprogramm. Nach den Bläsern des evangelischen Posaunenchors trat die Kita auf. Als Belohnung verteilte später Robert Hörner als Nikolaus Geschenke an die Kids.

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