Lampertheim

Politik FDP und CDU-Vertreter zu Vorgängen in Thüringen

Wellen eines Erdbebens

Archivartikel

Lampertheim.Das politische Erdbeben in Thüringen schlägt auch in Lampertheim Wellen. FDP-Fraktionschef Thomas Bittner wägt seinen Kommentar im Gespräch mit dieser Zeitung zwar gründlich ab. Dennoch sagt er: „Glücklich mit der Situation kann niemand sein.“ Gleichzeitig hätten SPD, Grüne und Linke in Erfurt den Boden für eine solche Situation bereitet, meint er mit Blick auf die nicht gegebene soliden Mehrheitsverhältnisse vor der Wahl des Ministerpräsidenten. Dass bei einer solchen Wahl ein Gegenkandidat aufgestellt werde, sei „demokratischer Brauch“, nimmt Bittner den inzwischen zurückgetretenen Thomas Kemmerich in Schutz. Sollte es in Lampertheim zu einem Einzug der AfD ins Stadtparlament kommen, müssten sich alle demokratischen Parteien gegen diesen Gegner zusammenschließen. Hierfür sieht Bittner gute Voraussetzungen gegeben.

CDU-Parteichef Franz Korb wirft einen kritischen Blick auf seinen Parteifreund, den thüringischen Landesvorsitzenden Mike Mohring. „Ich hätte das nicht gemacht“, spielt Korb auf das Wahlverhalten der CDU bei der Entscheidung über den Ministerpräsidenten an. Er hätte bei der Abstimmung über den FDP-Kandidaten zu einer Enthaltung geraten. Eine Zusammenarbeit mit einer AfD in Lampertheim schließt Korb derzeit aus. „Ich kann aber nicht sagen, was in 20 Jahren ist“, meint er. Und er warnt vor einem Liebäugeln der Mitte mit dem linken Rand des politischen Spektrums. So habe die Lampertheimer SPD ehemalige Mitglieder der Linken in ihren Vorstand aufgenommen. Eine Partei, die Korb als „SED-Nachfolgeorganisation“ bezeichnet. urs

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