Lampertheim

Mundart Premiere am 22. August im Hof des Heimatmuseums

Wenn die Lampertheimer redselig werden

Archivartikel

Lampertheim.Die Proben für die Mundartabende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins vom 22. bis 24. August sind im vollen Gange. Dafür hat sich die Bühne im Hof des Heimatmuseums in ein Wartezimmer verwandelt, in dem viele Patienten Platz nehmen.

So besagt es das Rollenbuch von Heinrich Friedrich Karb. Der verstorbene Ehrenvorsitzende hat das Theaterstück „Blutdruck 170“ mit viel Heiterkeit und Lokalkolorit geschrieben. Im Zentrum steht dabei natürlich auch, wie die Lampertheimer Eigenarten, Personen und Ausdrücke wiedergegeben. „Es werden Begriffe dabei sein, die manche nicht mehr kennen“, vermutet die Vereinsvorsitzende Margit Karb beim Pressegespräch.

Die Mundartdarsteller des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins treffen sich am Abend zur Probe und spielen enthusiastisch. Sie lassen mit ihrer „Muddasprooch“ ihre Heimat hochleben. „Der Einakter ist ein fiktives Stück, das in den 70er Jahren spielt. Er wurde im Jahr 1992 uraufgeführt“, erklärt Margit Karb.

Die Vereinsvorsitzende hat die Gesamtleitung. Regie führt Heiner Weppelmann. In dem Mundartstück geht es um die Gespräche der wartenden Patienten. Und die nehmen die Wartezeit in Kauf. Sie sind Stammpatienten und sitzen nun eine Weile in dem Raum zusammen.

Hund Frodo ist bei der Probe dabei

Für das Foto im „Südhessen Morgen“ hat sich Florian Weppelmann (Lui) eine ausliegende Zeitschrift in die Hand genommen, Marion Justen (Frau Heß) hält ein Lehrplakat mit dem Muskelsystem des menschlichen Körpers in die Höhe und Stefan Weis (Philp) hat sich Gehhilfen ausgeliehen. Sein Hund Frodo ist kein tierischer Darsteller, er darf nur zu den Proben mit auf die kleine Bühne.

Im Wartezimmer gibt es Einiges zu erleben. Vor allem, wenn die Patienten redselig werden. Sie vermissen eine Patientin und kommen bei ihren Nachforschungen nach dem Namen der Frau vom Hundertsten ins Tausende. „Sie gehen im Geiste die Straßen in Lampertheim ab. Denn früher kannte eigentlich jeder jeden“, entsinnt sich die Vorsitzende.

Hin und wieder steckt der Hausarzt (Karl-Heinz Hoffinger) seinen Kopf durch den Türspalt zum Behandlungszimmer und ruft den nächsten Patienten auf.

Margit Karb freut sich besonders über die neuen Mimen Sascha Hartnagel und André Schmuck sowie über die Nachwuchsdarsteller Ronja und Simon Kärcher, Sarah und Katrin Justen, Elina Bohrer und Annika Sassmann. Sie spielen das Kinderstück.

Kerlscha aus Nochbars Gaade

„Die Kerlscha aus Nochbars Gaade“ aus der Feder von Hugo Karb, das 1997 schon einmal aufgeführt wurde. „Die jugendlichen Akteure verkörpern drei Mädchen und drei Buben. Sie treffen sich auf dem Sedanplatz und wollen eine Bande gründen“, verrät Margit Karb. Und fügt hinzu: „Dieser Sketch kommt vor dem Hauptstück.“ Wie auch die traditionellen Mundartvorträge von Gereimten und Ungereimten. Außerdem wird die Open-Air-Veranstaltung vom Lampertheimer „Schnoukequartett“ musikalisch umrahmt.

„Die Kostüme für die Laienschauspieler kommen fast alle aus dem Fundus des Heimatmuseums. Eine Souffleuse haben wir in diesem Jahr keine, den Part übernimmt der Regisseur Heiner Weppelmann“, erläutert die Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins.

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