Lampertheim

Ü12-Summertime Neun Jugendliche steuern unter Aufsicht Bagger / Auch Mädchen zum wiederholten Mal mit von der Partie

Wenn Kindheitsträume wahr werden

LAMPERTHEIM.Das Führerhaus schaukelt unsanft vor und zurück, der Dieselmotor brummt, während sich die große Baggerschaufel in den schwarzen Kompost gräbt. Den Joystick beherrscht der zwölfjährige Philipp, ruckelnd setzt er eine Ladung Kompost auf dem Materiallager der Technischen Betriebsdienste ab und vermischt sie mit der braunen Erde.

Philipp gehört beim Ferienkurs der Ü12-Summertime schon zu den alten Hasen, bereits zum dritten Mal nimmt er als einer von neun Jugendlichen am Baggerworkshop nahe des Waldfriedhofs teil. Eine Viertelstunde lang dürfen die Jungen und Mädchen Baggerfahrer spielen, Erde ausheben, verteilen und mischen. Sieht man in das breite Grinsen und die großen Augen der Kinder, die auf ihren Einsatz warten, ist der Grund für die Veranstaltung schnell klar.

„Es macht einfach wahnsinnig viel Spaß“, berichtet Betreuer Marcel Getrost von der Jugendförderung aus eigener Erfahrung. Im vorigen Jahr durfte auch er nach seinen Schützlingen mal Hand ans schwere Gerät anlegen. „Für viele, auch für mich, ist das ein Kindheitstraum“, sagt er. Zu Hause könne man das mit so großen Baggern kaum ausprobieren. Die kleinen Kindheitsträume wahr werden zu lassen, dafür ist Tobias Nowakowski zuständig. Der Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste leitet den Workshop zum dritten Mal, erklärt den Jugendlichen die Funktionen des Baggers und achtet auf deren Sicherheit.

Dazu gibt es gleich zu Beginn eine ausführliche Einweisung in die große Baumaschine. Den Bagger hat die Stadt von der Viernheimer Firma Bischoff ausgeliehen, in diesem Jahr ist es sogar ein größerer als bisher geworden. „Deshalb können die Kids heute leider keinen Parcours am Ende fahren, dafür haben sie aber mehr Power unter der Haube und eine größere Schaufel“, erklärt Nowakowski. Für den Workshop hat der Landschaftsgärtner einen großen Komposthügel aufgeschüttet – der Erdhügel sei sowieso immer da. Die Jugendlichen dürfen die beiden Hügel beim Baggern vermischen und verrichten dabei ganz nebenbei sogar etwas Sinnvolles. „Das Gemisch aus Erde und Kompost können wir anschließend für den Rasenanbau verwenden“, weiß der Profi.

Bagger fahren scheint schon lange keine Männerdomäne mehr zu sein, auch viele Mädchen können sich den Traum bei den Ferienspielen erfüllen. Maria ist zum wiederholten Male mit dabei. Was ihr am Baggern gefällt? „Man fühlt sich wie in einem Simulator. Joystick in der Hand, alles wackelt, manchmal hat man sogar das Gefühl, der Bagger würde kippen. Nur eben alles in echt“, versucht sie das Erlebnis in Worte zu fassen. „Auch auf dem Bauhof arbeiten mehr und mehr Frauen“, bestätigt Betreuer Marcel Getrost. ksm

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