Lampertheim

Blutspende Bei einer Aktion des Deutschen Roten Kreuzes in Lampertheim kommen am Samstag zahlreiche Menschen / 63 Liter Blut wurden gespendet

Wenn Menschen Lebenssaft spenden

LAMPERTHEIM.99 Mal hat sich Lothar Friedrich schon die Nadel geben lassen. „Und die 100 mach‘ ich auch noch voll“, sagt der 62 Jahre alte Mann mit einem Grinsen, während er die Hand zur Faust ballt. Ricarda Schenk vom Blutspendeteam des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zapft dem Lampertheimer gerade 450 Milliliter Lebenssaft ab. Am Samstag lassen sich 139 Menschen ihr Blut beim DRK abnehmen.

„Gar nicht so schlimm“

25 von ihnen sind zum allerersten Mal zum Spenden gekommen. „War gar nicht so schlimm“, lautet der einhellige Kommentar, nachdem sie vom DRK mit Speis und Trank wieder aufgepäppelt worden sind. „Obwohl ich Nadeln ja so gar nicht mag“, sagt Nadine Bauer. Die 24-jährige hat sich von ihrem Vater inspirieren lassen, der regelmäßig Blut spendet. „Hat aber alles gut funktioniert“, so die Tochter. An seinen ersten Pieks kann sich Lothar Friedrich dagegen kaum noch erinnern – schließlich hat er auch schon die Ehrennadel für 50-faches Spenden schon lange hinter sich. Bis zu drei Mal im Jahr spendet der Lampertheimer seinen Lebenssaft. Um anderen zu helfen, sagt er, aber auch für sich selbst. „Eine regelmäßige und kostenlose Blutuntersuchung schadet doch nicht“ findet er.

Das DRK-Team prüft das abgezapfte Blut etwa auf HIV (AIDS)-, Hepatitis B und C (Gelbsucht)- und Syphilis. Auch Blutgruppe, Rhesusfaktor und der Leberwert werden bestimmt. Spenden kann jeder Bürger im Alter vom 18. bis zur Vollendung des 73. Lebensjahres, Erstspender dürfen nicht älter als 64 Jahre sein. „Außerdem sollte jeder mindestens anderthalb Liter getrunken haben“, klären die Abnehmer auf. Jeder muss außerdem in einem guten gesundheitlichen Zustand sein – um mögliche Empfänger nicht zu gefährden.

21 der 160 Spendenwilligen wurden am Samstag deshalb nicht zur Spende zugelassen. Im Anschluss an die Blutabnahme geht’s für die Freiwilligen erst einmal in den Ruheraum und dann in die Cafeteria, wo sich die Lampertheimer Mitarbeiter des DRK mit Tee, Cola und Speisen um ihre Spender kümmern. Besonders wichtig sei es, den Flüssigkeitshaushalt wiederherzustellen, heißt es von den Helfern.Immerhin haben die Spender gerade rund ein Dreizehntel ihres Blutes verloren. Insgesamt kommen am Samstag so fast 63 Liter zusammen. Und die werden dringend benötigt.

Immer wieder Engpässe

Weil nach Angaben des DRK nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung Blut spenden, täglich aber 14 000 Blutspenden benötigt werden, kann es insbesondere in den Sommermonaten zu Engpässen kommen. Das hat auch Bereitschaftsleiter Christian Schmidt schon festgestellt. „Besonders in den Ferienmonaten im Sommer werden viele Spenden benötigt, die Spenderanzahl wird aber eher niedriger“, weiß er. „Aber auch im Herbst und Winter werden natürlich Spender gebraucht“, betont Schmidt.

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