Lampertheim

DLRG Rettungsschwimmerlehrgang im Hallenbad / Ausbildungsleitung: „Je mehr Leute das Abzeichen machen, desto weniger passiert“

Wenn’s im Wasser brenzlig wird

LAMPERTHEIM.Oft unterschätzen Hobbyschwimmer große Distanzen im Freiwasser, manchmal spielen aber auch einfach Strömung oder Sonne übel mit. Spätestens bei Kraft- oder gar Bewusstlosigkeit im Wasser kann jeder Badegast oder Meerurlauber einfach nur froh sein, wenn ausgebildete Rettungsschwimmer zur Hilfe eilen und wissen, was zu tun ist. Die Lampertheimer DLRG führt deshalb regelmäßig Kurse für Rettungsschwimmer durch und nimmt Prüfungen in Gold, Silber und Bronze ab.

Es sind acht junge Menschen mit Schwimmbrille und Badebekleidung, die sich zum jüngsten Lehrgang in den Lampertheimer Biedensand-Bädern eingefunden haben. Nach der Theorie am Morgen und am Vortag freuen sie sich sichtlich auf die Praxis im Wasser, ziehen schon vor Kursbeginn im Hallenbad selbstständig Bahnen in Brust- und Kraultechnik.

Kurse für Privatpersonen offen

„Die Teilnehmer setzen sich meist aus Nachwuchsschwimmern der DLRG und denjenigen zusammen, die das Abzeichen für Beruf oder Nebentätigkeit regelmäßig wiederholen müssen. Dazu gehören Sportlehrer und Übungsleiter im Wassersport genauso wie die aktiven Schwimmer, die mit der Seewacht die Sicherheit im Schwimmbad gewährleisten“, erklärt Anette Stich am Beckenrand. Sie ist beim Lampertheimer Ortsverband für die Ausbildung der Rettungsschwimmer zuständig und hat dafür gesonderte Lehrscheine.

Die Abzeichen seien aber auch für alle Privatpersonen lohnenswert, findet die Kursleiterin. Deshalb sind die Kurse vor und nach der Badesaison im Mai und November gegen eine Gebühr von 20 Euro nicht nur für DLRG-Mitglieder, sondern für alle offen. Die Formel sei ganz einfach: „Je mehr Leute das Abzeichen haben, desto weniger passiert. Es macht die Freizeit im Wasser sicherer, ähnlich wie ein Erste-Hilfe-Kurs an Land.“

Im Wasser geht es für die Teilnehmer nach dem Einschwimmen gleich zur Sache. Sie lernen mit diversen Transport-Schwimmtechniken wichtige Elemente des Rettungsschwimmens. Beim „Ziehen“, „Schieben“ oder „Schleppen“ mimt je ein Schwimmer das kraft- oder bewusstlose Opfer, sein Partner muss ihn sicher an den Beckenrand bugsieren.

„Lang machen – Arme strecken!“

Stich läuft am Rand nebenher und ruft: „Kopf zurück, Po hoch – sonst wirst du zum Bremsklotz!“ Im Wasser gibt Mit-Ausbilder Miro Kunek Hilfestellung und macht jede Übung vor. „Lang machen, Arme strecken“, fordert er. Was die Kursleiter meinen, erfahren die Teilnehmer gleich am eigenen Leib. Bei unsauberer Ausführung sei das Abschleppen nämlich deutlich anstrengender als ohnehin schon. Und so muss der geübte Schwimmer Kunek im Wasser gleich bei einem Teilnehmer „in echt“ vorführen, wie ein Wadenkrampf zu lösen ist. „Im Wasser gar nicht so einfach“, weiß Stich aus Erfahrung.

Um die Muskeln wieder etwas zu lockern, dürfen die Nachwuchsschwimmer dann besondere Sprünge üben. Mit dem Schrittsprung beispielsweise bleibt der Kopf über Wasser und der Schwimmer taucht beim Sprung in unbekannte Gewässer nicht tief ein. Neben der korrekten Ausführung sei beim Kurs noch ein zweiter Aspekt wichtig. Stich: „Man lernt mit Verantwortung für Leben umzugehen.“ ksm

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