Lampertheim

Neuschloß II Schlechte Nachrichten für die Bürger des Stadtteils

Wieder Ärger mit Busverkehr

NEUSCHLOß.Kaputte Außenspiegel, stinkende Kanäle und erboste Anwohner – damit hat die Bürgerkammer in Neuschloß vorerst wohl auch weiterhin zu kämpfen. Während sich die Bussituation im Ahornweg in den vergangenen Monaten durch neue Regelungen nur scheinbar beruhigt zu haben schien, gibt es in Sachen Kanalgestank schlechte Neuigkeiten für die Stadtteilbewohner.

Die Bürgerkammer hat nun schwarz auf weiß, dass sich an den Ursachen des leidigen Themas so schnell nichts ändern wird. „Ein kompletter Austausch des Kanalsystems in Neuschloß oder eine Vorbeiführung der aus Hüttenfeld kommenden Druckleitung am Stadtteil ist aus finanziellen Gründen mittelfristig nicht möglich“, heißt es im neusten Tiefbauprogramm der Stadt. Den Entwurf des seit 2015 geplanten Programms hatte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschusses vorgestellt.

Nur Symptome bekämpft

Die Verwaltung macht mit dem Papier deutlich, dass man sich damit nur auf die Symptombekämpfung beschränkt, statt die Ursachen zu beheben. Der Grund für den oftmals übel riechenden Kanal in Neuschloß seien deutlich zu groß dimensionierte Abwasserrohre und ein zu geringes Gefälle. Erschwerend komme hinzu, dass die aus Hüttenfeld kommende Druckleitung direkt am östlichen Ortseingang von Neuschloß endet.

Der Einbau von sogenannten Schwallspülklappen hatte kaum Abhilfe geschaffen. Aktuell befindet sich zusätzlich die Zugabe von Neutralisationsmittel in der Feinjustierung. In dem Papier, das auch den Straßenbau betrifft, wurde ferner deutlich, dass die L 3110 von Hüttenfeld nach Neuschloß mit 194 Lastkraftwagen täglich fast so stark belastet ist wie die B 44 in Rosengarten (464).

Für ein anderes Problem hatte die Bürgerkammer des Stadtteils geglaubt, Lösungen gefunden zu haben. Weil es in der Vergangenheit immer wieder zu Beschwerden kam, hatte das Ordnungsamt rund um die Bushaltestelle im Ahornweg, wo die Fahrzeuge eine „Runde“ durch den Stadtteil drehen müssen, eine Tempo-20-Zone, Halteverbote und eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet.

Just als die Vorsitzende Carola Biehal von eine Beurhigung sprach, brach es aus dem Publikum hervor. Das sei „geträumt“ und ein „Witz“, riefen zwei Anwohner. Biehal verwies darauf, dass sich seit den Regeländerungen nur noch zwei Anwohner beschwert hätten. Auch Ordnungsamtsleiter Uwe Becher hatte in der jüngsten Sitzung des Fahrgastbeirats davon gesprochen, dass die Regeln „zu 98 Prozent funktionieren“. Die Anwohner führen das aber eher auf die Ferienzeit zurück. „Da sind nur kleine Busse gefahren, das war wie Urlaub“, berichteten sie. Seit Wiederbeginn der Schulzeit und der Rückkehr der großen Busse aber herrsche erneut Chaos. „Die Busse fahren 20 Stundenkilometer – aber auf jeder Achse“, meinte ein Bürger.

Auto beschädigt

Eine Frau berichtete in der Sitzung, ihr parkendes Auto sei binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal beschädigt worden. Abgefahrene Außenspiegel seien keine Seltenheit. „Anzeigen wegen Fahrerflucht bleiben ohne Folge“, klagte sie. Die Kammer-Vorsitzende Carola Biehal will beim Ordnungsamt verstärkte Kontrollen anregen und beim Busunternehmen die internen Konsequenzen für Busfahrer erfragen, die sich nicht an die Regeln halten.

Mit einer anderen Maßnahme war dagegen das ganze Gremium nicht einverstanden. Am Radweg an der Kindertagesstätte will die Verwaltung – statt wie bei einem vor-Ort-Termin besprochen – doch keine Schranke anbringen. Die Kammer bittet deshalb um Stellungnahme. Biehal machte ferner auf eine Beschädigung an der Lärmschutzwand der L 3110 aufmerksam. ksm

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