Lampertheim

Reit- und Fahrverein Christiane Becker wird neue Geschäftsführerin / Vorgängerin Inge Gamper Ehrenmitglied

Wiederaufbau nach dem Brand

Archivartikel

Lampertheim.Fast drei Jahre ist es her, dass in der Reithalle am Weidweg ein schwerer Brand tobte. Den Reit- und Fahrverein (RuF) beschäftigt der Kurzschluss vom Abend des 4. Januar 2018 aber noch immer. Der Wiederaufbau kam ins Stocken, ein Architektenwechsel sollte Abhilfe schaffen. Nun seien erste Arbeiten an den Außenseiten und der Fensterfront fertiggestellt, wie Vorstandsmitglied Cora Wunder bei der Jahreshauptversammlung im Foyer der Hans-Pfeiffer-Halle bekannt gab. Auch die Sanierung der Springplätze bereitete dem Verein Kopfzerbrechen. Nun ist aber auch hier Licht am Ende des Tunnels sichtbar.

Ein technischer Defekt an einem Kühlschrank hatte vor fast drei Jahren einen Großbrand in der Reithalle ausgelöst. Der ehemalige Gaststättenbereich der „Reiterstube“ im ersten Stock brannte völlig aus. 56 Brandschützer waren mehrere Stunden beschäftigt. Die Statik der Halle war nicht beeinträchtigt. „Nach zügigen Aufräumarbeiten kam der Wiederaufbau ins Stocken, was überwiegend an der Architektin lag“, sagte Cora Wunder bei der Versammlung vor zwölf Mitgliedern. Der Verein sei aber optimistisch, dass der Innenausbau zeitnah beginnen kann.

Böden ausgebessert

Ein zweites, für den Lampertheimer Verein leidiges Problem scheint ebenfalls gelöst. Im März vorigen Jahres ließ der Verein seine beiden Außenspringplätze sanieren. „Schon beim ersten Turnier zeigte sich aber, dass die Böden nicht die Qualität aufwiesen, die sich der Verein versprochen hatte“, so Wunder. Der Boden sei viel zu tief gewesen. Erst eine zweite Nachbesserung Anfang diesen Jahres brachte das gewünschte Resultat.

Sportlich war das Jahr 2019 für die Reiter durchaus erfolgreich. Zwar litten die Springprüfungen bei den Turnieren unter den Platzverhältnissen. Erstmals konnte der RuF aber ein großes Voltigier-Turnier auszurichten. Beim Sichtungsturnier konnten sich Teilnehmer für renommierte Pokale qualifizieren, es umfasste gar mit der Leistungsklasse „S“ die höchste Kategorie im Reitsport. „Wir waren sehr angespannt, es hat aber alles super funktioniert“, berichtete Trainerin Michaela Geier. Finanziell blieb die Veranstaltung aber weit hinter den Erwartungen zurück.

Acht bis zehn Voltigierer trainieren in Lampertheim wöchentlich in zwei Gruppen, im Anfängerbereich gebe es permanent eine Warteliste. Die Pferde dafür bildet der Verein selbst aus. Auch der Reitunterricht ist gut besucht. 40 Teilnehmer sind pro Woche aktiv, vier vereinseigene Schulpferde hat der RuF.

Finanziell hat der Verein das Geschäftsjahr mit einem Verlust von fast 70 000 Euro abgeschlossen. „Das klingt dramatisch, ist es aber nicht“, so Cora Wunder. Die Summe rührt aus der Kreditaufnahme für die Springplätze. Fast alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig auf ihrem Posten bestätigt. Lediglich Geschäftsführerin Inge Gamper trat nicht mehr an. Ihre herausragenden Verdienste um den Verein mit über 20 Jahren Vorstandsarbeit honorierte der RuF mit einer Ehrenmitgliedschaft. Ihr folgt Christiane Becker. Sie gewann die Abstimmung mit acht zu vier Stimmen gegen Stefan Metz, der berufsbedingt nicht an der Sitzung teilnahm. Weil lediglich eine mündliche Zusage der favorisierten Kandidatin für das Amt des Jugendwarts vorlag, setzte man die Wahl aus. Außerdem nahm die Versammlung kleine Änderungen in der Beitragsordnung vor: Beträge werden nun monatlich eingezogen, die Futterkostenpauschale erhöht sich um 20 Euro.

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