Lampertheim

Interview Geschäftsführer Gerhard Goliasch über die Ziele der geplanten Neuausrichtung des Zweckverbands Abfallwirtschaft im Kreis Bergstraße

„Wir verhindern Engpässe in der Entsorgung“

Archivartikel

Lampertheim.Der Vorstand des Zweckverbands Abfallwirtschaft im Kreis Bergstraße (ZAKB) will das Tochterunternehmen ZAKB Service GmbH in den Verband integrieren. Im Interview äußert sich Geschäftsführer Gerhard Goliasch über die anstehenden Aufgaben und die Bedeutung dieses Schrittes.

Herr Goliasch, im Jahr 2021 soll eine der beiden Tochtergesellschaften im Zweckverband aufgehen. Welche Aufgaben gilt es nun zu bewältigen?

Gerhard Goliasch: Zunächst einmal werden wir im Wesentlichen bürokratische Aufgaben stemmen müssen. Dazu zählen beispielsweise unternehmer- und steuerrechtliche Fragen. Außerdem muss nun ein Wirtschaftsplan neu aufgestellt werden.

Klingt kompliziert.

Goliasch: Ja, aber wir gehen davon aus, dass wir genügend Zeit haben, die Aufgaben gründlich abzuarbeiten. Sicher, es kann auch noch das eine oder andere unvorhergesehene Problem auftauchen, aber alles in allem sind wir zuversichtlich, dass alles wie vorgesehen klappt.

Wenn die Tochter ZAKB Service nun im Zweckverband aufgeht, gilt für alle Mitarbeiter der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst. Worin liegt der Vorteil für die Bürger?

Goliasch: Wir möchten, dass wir als Arbeitgeber für mögliche neue Kräfte attraktiver werden. Das klingt einfacher, als es ist. Denn wenn man im Bereich Abfallentsorgung tätig ist, muss man heutzutage stärker um Personal werben als noch vor einigen Jahren. Auch wenn es sich bei den Aufgaben um wichtige gesellschaftliche Tätigkeiten handelt, in den vergangenen Jahren ist es immer schwieriger geworden, neue Mitarbeiter anzuwerben. Vor allem ist es immer schwieriger geworden, geeignete Fahrer und Lader für die Abfallentsorgung zu finden.

Personalnot ist die Hauptmotivation für den anstehenden Schritt des Zweckverbands?

Goliasch: Nein, das ist ein Aspekt. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Effizienzsteigerung durch die Beseitigung von Doppelstrukturen.

Mit dem Tarif des öffentlichen Dienstes werden alle Mitarbeiter finanziell besser gestellt?

Goliasch: Ich bin davon überzeugt, dass sich dadurch für viele von ihnen ein Plus ergibt. Jedenfalls wird niemand Nachteile erleiden, wenn künftig ein anderer Tarif gilt. Auch unsere Kunden werden keine Nachteile haben, da die Mehrkosten geringer sind als die mit der Neuausrichtung verbundenen Einsparungen. Wir verhindern auf diese Weise Personalmangel und damit Engpässe in der Entsorgung. Auch das ist eine wichtige Botschaft an die Bürger. Letztendlich stellen wir die Abfallwirtschaft im Kreis Bergstraße zukunftsfähig auf. wol

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional