Lampertheim

Flüchtlinge Drei Integrationslotsen ausgebildet / Neue Anlaufstelle geschaffen

Wohlfühlen durch Mithelfen

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Shonem Darwish lächelt, wenn sie über ihre neue Tätigkeit als Integrationslotsin spricht. „Wenn ich anderen helfe, fühle ich mich selbst wohl“, sagt sie. Als eine von drei neuen, ehrenamtlichen Integrationslotsen wurde Darwish von der Stadt Lampertheim und dem Lernmobil Viernheim professionell dafür geschult. Die gebürtige Irakerin wird künftig Anlaufstellen in der Kindertagesstätte Europaring und in der Alten Schule besetzen.

Shonem Darwish ist 46 Jahre alt und kennt die Probleme von Flüchtlingen, sich in einer fremden Gesellschaft zurecht zu finden, aus eigener Erfahrung. Sie kam selbst vor 19 Jahren nach Deutschland. Doch erst als ihr Mann, der insgesamt 52 Jahre in Deutschland studiert, gelebt und als Gynäkologe gearbeitet hat, vor drei Jahren verstarb, begann für sie selbst die Integration noch einmal ganz neu. „Ich war lange nur Mutter. Als ich dann plötzlich alleine dastand, habe ich zum ersten Mal wirklich Hilfe gebraucht“, erzählt sie.

Nun hat sie beschlossen, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Denn die Nordirakerin musste sich noch größtenteils selbst helfen, besucht eine Abendakademie zur Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse. Besonders am Herzen liegt der fünffachen Mutter das Schicksal von Kindern. Mit deren Problemen kenne sie sich schließlich bestens aus.

Fernstudium für Kindererziehung

Obwohl sie ausgebildete Zahntechnikerin ist, hat sie noch einmal ein Fernstudium für Kindererziehung absolviert. Weil das aber nicht staatlich anerkannt sei, arbeite sie seit August 2017 als Küchenhilfe in der Kita Europaring. Dort steht sie montags bereits seit Februar für Sprechstunden bereit, in der Alten Schule vermittelt sie ab sofort Arabisch, Kurdisch, Englisch und Deutsch.

Faiza Hussain und Mohamed Abdulahi unterstützen die Anlaufstelle im Flüchtlingsbereich der Chemiestraße und Florianstraße künftig mit persischen und afrikanischen Sprachen wie Somalisch, Dari, Farsi und Urdu. „Damit sind wir jetzt sehr breit aufgestellt“, findet Silke Reis, die das Projekt für die Stadt betreut.

Neun Integrationslotsen mit zwölf Sprachen werden als Vermittler eingesetzt. Reis animiert besonders Schulen und Kindertagesstätten, das Angebot zu nutzen. „Wir stehen auch außerhalb der Sprechzeiten für persönliche Termine wie Lehrergespräche zur Verfügung“, so Reis. ksm

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