Lampertheim

ICE-Trasse Bürgerinitiative präsentiert Film über Lichterzug im März / Aufruf zur Wachsamkeit

„Wollen Wald nicht verlieren“

Archivartikel

Lampertheim/Neuschloss.Die Bürgerkammer Neuschloß und die Bürgerinitiative „Lebensraum vor ICE-Trasse“ Lampertheim (Bila) hatten in den großen Sitzungssaal des Lampertheimer Stadthauses eingeladen, um einer interessierten Bevölkerung die Dokumentation über den „Lichterzug im Wald“ zu zeigen, aber auch, um eine kurze Bilanz über zehn Jahre Bila zu ziehen.

Unter den Besuchern waren auch Stadtverordnetenvorsteherin Bri- gitte Stass und Bürgermeister Gottfried Störmer sowie Vertreter der Fraktionen. Die Bürgerinitiative, vertreten durch ihre Sprecher Ulrich Guldner und Karl Hans Geil, sowie Karl-Heinz Barchfeld und Manfred Back hatte eine Dokumentation über den Sachstand vorbereitet,

Doch ehe die Fakten erörtert und der Film zur Vorführung kam, verlas Karl Hans Geil ein launiges Gedicht über die verflossenen Aktionen. Da wurde im besten Balladenstil eines klassischen Dichters ein Resümee gezogen, das mit den Worten begann: „Wer zählt Termine, nennt die Namen, die zum Thema NBS (Neubaustrecke) schon zusammen kamen“ und brachte es auf den Punkt mit dem Vers: „Doch die Bereitschaft zu kämpfen war deutlich zu spüren, unseren Wald, den wollen wir nicht verlieren.“

Eindrucksvolle Demonstration

Diese Bereitschaft wurde im Film demonstriert, als sich im März rund 2000 Teilnehmer auf den Weg in den Neuschlösser Wald machten und mit einer Lichterkette den Verlauf der gedachten Trasse „C“ markierten. Zusätzlich hatten die örtlichen Landwirte mit ihren Treckern den weiteren Verlauf der Strecke in den Feldern beleuchtet. Mit Aufnahmen vom Hubschrauber, aber auch vom Boden aus wurde eindrucksvoll demonstriert, was die betroffene Bevölkerung von den Planungen zum Trassenverlauf hält.

Bila-Sprecher Ulrich Guldner erläuterte an Hand von projektierten Bildern den aktuellen Sachstand der Planungen. So ging es bei der jüngsten Sitzung des Beteiligungsforums, in dem alle Betroffenen ihre Bedenken und Anregungen vortragen können, um die Anbindung der Strecke Mainz-Darmstadt an die Neubaustrecke. Wichtiger für Lampertheim aber wird die Sitzung im September sein, denn dann geht es um die Streckenführung in unmittelbarer Umgebung.

Dabei sind ab Lorsch nur Korridore verzeichnet, die eine begrenzte räumliche Verschiebung ermöglichen. Die Bahn erstellt zurzeit Kataloge, welche die Vor- und Nachteile der Varianten aufzeigen. Für die Bila ist nach wie vor die Konsenstrasse der Kommunen maßgeblich, nämlich die Bündelung mit der A 67. Noch dreimal tagt das Beteiligungsforum bis zum Jahresende, dann will sich die Bahn auf eine Variante festlegen. „Das heißt schon jetzt, dass weitere Protestaktionen erfolgen müssen“, bekräftigte Guldner den Kampf der Bila für eine optimale Streckenführung.

Bürgermeister Gottfried Störmer blickte in seinen Ausführungen kurz auf die Historie zurück. Seit 2009 werde die Bevölkerung durch die Bürgerinitiative für das Thema sensibilisiert; dies habe in der Region durchaus Eindruck gemacht. Zwischendurch sei zwar die Aufmerksamkeit gesunken, aber der Lichterzug habe bewiesen, wie wichtig das Thema in Lampertheim sei. Auch Störmer bekannte sich zur Konsensstrecke und betonte, dass eine Zerschneidung des Waldes verhindert werden müsse. Zudem hätten sich die Grundbedingen geändert. Zuerst sei man von einer reinen Schnellbahnstrecke gesprochen worden, inzwischen sei auch die Rede von Mischverkehr mit Güterzügen. Dies erfordere verstärkte Schallschutzmaßnahmen. Auch Störmer plädierte abschließend für verstärkte Aktionen, um die Haltung der Bürger zur Geltung zu bringen.

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