Lampertheim

Hüttenfeld Besichtigung des neuen Verwaltungsgebäudes / BILA informiert über drei mögliche ICE-Neubautrassen

ZAKB-Bau und ICE Themen im Ortsbeirat

Archivartikel

HÜTTENFELD.Für Hüttenfelds Ortsvorsteher ist die Sache klar. „Das wäre Wahnsinn“, sagte Karl Heinz Berg mit Blick auf eine mögliche ICE-Neubautrasse entlang der A5, die Hüttenfeld in etwa 300 Meter Abstand passieren würde. Weil die in der öffentlichen Diskussion längst in Vergessenheit geratene A5-Variante auf der Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim seit dem Beteiligungsforum der Bahn plötzlich wieder auf dem Tisch liegt, hatte der Ortsbeirat auf CDU-Anfrage die BILA (Bürgerinitiative Lebensraum vor ICE-Trasse) zu seiner jüngsten Sitzung geladen. Ulrich Guldner und Kai Andres stellten den Planungsstand vor.

Verschiedene Varianten

Die sogenannte „Variante Bündelung A5“ ist eine von drei Trassenführungen, welche die Bahn aktuell im Streckenabschnitt zwischen Lorsch und Mannheim prüft. Sie sieht eine Streckenführung von Darmstadt kommend entlang der Autobahn A5 bis nach Heppenheim vor. Von dort aus weicht die ICE-Trasse von der A5 ab und tangiert Hüttenfeld unmittelbar östlich in 300 bis 500 Meter Entfernung, bevor sie in Richtung Mannheim einschwenkt. „Das wäre für Hüttenfeld die mit Abstand kritischste Variante“, konstatierte BILA-Sprecher Ulrich Guldner. Insbesondere, weil die Bahn eine oberirdische Bauweise auf der Tempo-300-Strecke geplant hat. „Die Strecke müsste zweimal die Weschnitz und einmal die Landstraße überqueren“, zeigte Guldner dem vollbesetzten Bürgerhaus-Auditorium. Durch die Höhe sei mit enormer Lärmbelästigung zu rechnen.

Guldner beruhigte aber gleichzeitig. „Die Bahn muss für das Planfeststellungsverfahren alle Varianten prüfen, sonst ist es anfechtbar“, erklärte er. Neu ist die Variante A5 ohnehin nicht. Schon 2004 hatten sich Ortsbeirat und Stadtverordnetenversammlung darauf festgelegt, eine solche Trasse nicht zu akzeptieren. Weil auch das Land Hessen gegen die A5-Bündelung war, verschwand die Variante aus den Diskussionen. Viele Beobachter glauben, dass sich die Bahn stattdessen – wie schon 2009 – erneut auf die Zerschneidungsvariante als Vorzugstrasse festlegen wird. Neben der A5-Variante prüft die Bahn trotz des massiven Protests in der Region weiterhin die berühmte „Zerschneidungsvariante“ durch den Lampertheimer Wald sowie die Bündelung mit der A67. „Die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Trassen können wir nicht einschätzen“, sagte Kai Andres.

BILA, Stadt und Kreis haben sich aber schon im Jahr 2008 zu einer Konsenstrasse an der A 67 bekannt und damit auch gegen die A 5-Variante positioniert. Entgegen der Konsensforderung führt die Bahn ihre A 67-Variante östlich der Autobahn – und damit näher an Hüttenfeld. „Auf der Westseite könnte eine drei Meter hohe Abkommwand zur Autobahn als Lärmschutz dienen“, erklärte Guldner.

Er appellierte, auf Lärmschutz über das gesetzliche Maß hinaus zu pochen, um Bahn- und Autolärm einzudämmen. „Mit der Bündelung westlich der A 67 könnten wir eigentlich alle, Lampertheimer, Neuschlößer und Hüttenfelder, am besten leben“, schloss Guldner.

Ein weiteres, sensibles Thema stand auf der Tagesordnung: In der Vergangenheit sah sich der ZAKB in Hüttenfeld wiederholt Vorwürfen der Intransparenz zu Bebauungs- und Erweiterungsplänen ausgesetzt. Im Zuge der Flottenverlegung von 18 LKW und etwa 40 Mitarbeitern von Gernsheim an den Energiepark hatte man einen neuen Parkplatz geplant. Weil nun ein neues Verwaltungsgebäude entsteht, fühlte sich manch ein Ortsbeirat „vor vollendete Tatsachen“ gestellt. Kürzlich führte ZAKB-Geschäftsführer Gerhard Goliasch das Gremium über das Gelände. Der Altbau ist weitgehend abgerissen, der neue Rohbau steht. Auf drei Etagen entstehen dort Büros, Umkleiden und ein Sitzungs- und Kantinensaal. Der Grundflächenverbrauch sei nicht wesentlich größer als zuvor, so Goliasch. Mit einem höher gebauten Treppenhaus bietet das Gebäude Möglichkeit zur baulichen Erweiterung. Das sei aktuell aber nicht geplant. Auch mit dem Ausbau des Geschäftsbereichs habe der Neubau nichts zu tun.

Blitzer Höhe Grundschule

Die Versammlung nahm ferner zwei SPD-Prüfanträge einstimmig an. Die Parksituation in der Waldstraße und fehlende Namen auf dem Gefallenen-Mahnmal am Friedhof sollen überprüft werden. Karl Heinz Berg teilte aufgrund von Anwohnerbeschwerden über wieder wahrgenommene Geruchsbelästigung mit, dass es durch die Erweiterung des Einzugsgebiets bei der Tierkörperbeseitigungsanstalt keine Mehrung der Verarbeitungsmenge gebe. Auch seien keine Filter ausgefallen. Er bat die Bürger, Beschwerden künftig mit Datum und Uhrzeit zu versehen. Klingler informierte über den Blitzerrückbau in der Lampertheimer Straße. Die Radaranlagen werden auf Lasertechnik umgestellt und blitzen künftig auf Höhe der Grundschule in beide Richtungen.

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