Lampertheim

Nabu Wildschweine dringen wiederholt in Grube Feuerstein ein

Zaun schützt gefährdete Lurche und Frösche

Archivartikel

Lampertheim.Die orangefarbenen Ohrenschützer sitzen, das schwarze Visier ist runter geklappt. Sachte setzt Klaus Feldhinkel die Kettensäge an, die sich langsam und brummend durch den Stamm arbeitet. Dann fällt der Baum quer über den matschigen Weg.

Was zunächst nach Roden wider die Natur aussieht, soll genau das Gegenteil sein. „Die Zaunanlage rund um unsere Grube Feuerstein muss erneuert werden. Dafür brauchen wir aber ein wenig Platz“, sagt Klaus Feldhinkel, der Zweite Vorsitzende des Naturschutzbundes in Lampertheim (Nabu). Es werde nur an den Stellen gefällt, wo es nicht anders geht. Feldhinkel muss es wissen, schließlich ist er nicht nur als Naturschützer engagiert, sondern auch als Gärtnermeister.

Der neue Zaun soll die Sandgrube südwestlich von Lampertheim nahe der Waldgaststätte Heide nicht etwa vor menschlichen, sondern besonders vor tierischen Eindringlingen schützen. „Wir haben im umliegenden Wald- und Feldgebiet relativ viele Wildschweine. Die fressen den ganzen Frosch- und Lurchlaich aus dem Biotop“, erzählt Pressewartin Beate Hoffmann. Ein Doppelgitter-Stabmattenzaun soll tief im Boden verankert werden und das Eindringen der Wildschweine verhindern. Gerade Amphibien seien besonders gefährdet. „Die sind so unscheinbar, werden oft vergessen“, beklagt Anke Diehlmann, während sie sich mit einem Spaten auf dem Erdboden zu schaffen macht.

Immer weniger Amphibien

Die Naturschützer haben schon vor vier Jahren beim Freiwilligentag Laichkuhlen ausgehoben. Trotzdem sind Diehlmann zufolge von ursprünglich 2000 bis 3000 Amphibien nur noch einige Hundert übrig. Die Knoblauchkröte etwa stehe auf der Roten Liste gefährdeter Arten. In der Grube Feuerstein hat der Rückgang mehrere Gründe. „Erdkröten brauchen zwar nicht viel Wasser, spätestens aber zur Fortpflanzung“, sagt die Schriftführerin. Durch den gesunkenen Grundwasserspiegel – etwa anderthalb Meter seit Anlegen der Kuhlen – und ausbleibende Niederschläge gebe es kaum noch Ablaich-Möglichkeiten.

Im größeren Gewässer nebenan können die Tiere zwar problemlos laichen. Aber der große Fischbesatz macht ein Schlüpfen nahezu unmöglich. Der Nabu hilft deshalb nun künstlich nach. Helfer heben die Gruben noch einmal aus und legen sie mit Teichfolie aus. Viel mehr können sie bis zum Winter aber nicht mehr tun. Denn während der Brut- und Setzzeit gibt es keine Arbeitseinsätze auf dem Gelände. ksm

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