Lampertheim

Sozialer Wohnungsbau Baugenossenschaft weist Räume im Bestand aus / Projekt in der Sophie-Scholl-Straße

Zehn neue Wohnungen

Lampertheim.Der Bagger rollt verspätet an. Doch das nehmen die Beteiligten am ersten Spatenstich in der Lampertheimer Sophie-Scholl-Straße 55 keineswegs als böses Omen. Im Gegenteil: Mit der Schaffung von zehn neuen Wohnungen lässt sich ein Beitrag zum sozialen Wohnungsbau verknüpfen – allerdings an anderer Stelle.

Denn das Grundstück im dritten Abschnitt des Neubaugebiets Rosenstock hat die Baugenossenschaft von der Stadt zum üblichen Bodenrichtwert bekommen: für 350 Euro pro Quadratmeter. Damit konnte die Baugenossenschaft an dieser Stelle nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, Sozialwohnungen erstellen. Denn die Differenz zwischen Investitionskosten und Mieteinnahmen wäre zu groß gewesen. Die Durchschnittsmiete aller Wohnungen der Baugenossenschaft beträgt laut Geschäftsführer Wolfgang Klee 4,93 Euro pro Quadratmeter. Im Gegenzug wurden bereits im Juni zehn Wohnungen im Bestand der Genossenschaft mit einer 25-jährigen Mietpreisbindung versehen, von der Menschen mit niedrigen Einkommen profitieren.

2,6 Millionen Baukosten

Ebenso viele Wohnungen sollen jetzt im Rosenstock entstehen – zur ortsüblichen Vergleichsmiete in Höhe von 8,50 Euro pro Quadratmeter. Zu den Grundstückskosten in Höhe von 369 000 Euro kommen Baukosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Laut Klee steuert das Land Hessen ein zinsgünstiges Darlehen über 995 000 Euro sowie einen Zuschuss über 248 000 Euro bei. Die Stadt Lampertheim fördere das Bauvorhaben mit einer Summe von 100 000 Euro. Die Baugenossenschaft selbst investiere 480 000 Euro, bei einem Darlehen auf dem Kapitalmarkt in Höhe von 750 000 Euro.

Laut Wolfgang Klee werden in drei Wochen 24 neue Sozialwohnungen in Hüttenfeld und in Neuschloß errichtet. Damit erstelle die Baugenossenschaft in den Jahren 2019 und 2020 vier Bauvorhaben im sozialen Wohnungsbau mit insgesamt 46 Wohnungen mit einer Investitionssumme von fast elf Millionen Euro. Daneben habe die Baugenossenschaft in den vergangenen beiden Jahren rund drei Millionen Euro für Modernisierungen und Sanierungen aufgewendet.

Das geplante Haus in der Sophie-Scholl-Straße erhält eine Photovoltaik-Anlage. Realisiert werden sollen auch ein Mieter-Strommodell und eine naturnahe wie bienenfreundliche Gartengestaltung. Obendrein werden zwei Anschlüsse für Elektroautos installiert. Die zehn Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen sind mit Balkons beziehungsweise Terrassen ausgestattet.

Offensive des Kreises

Kreisbeigeordneter Karsten Krug würdigte die Tätigkeit der Lampertheimer Baugenossenschaft in Verbindung mit den städtischen Förderinstrumenten als Beitrag zum Abbau des Defizits an Sozialwohnungen. Der Kreis habe sich angesichts der Versäumnisse auf diesem Sektor in den vergangenen Jahren „in ein Dilemma manövriert“. Mit der Schaffung einer neuen Stelle bei der Wirtschaftsförderung sowie einer Baulandoffensive und der Neukonzeptionierung der Kosten der Unterkunft sei nun konstruktiv reagiert worden. Mit einer neuen Förderrichtlinie im Bereich des Wohnungsbaus habe inzwischen auch das Land richtig reagiert.

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