Lampertheim

Parkhaus Parlamentarier sehen Vorschlag des Landrats für Abriss positiv / Schillerschule braucht dringend mehr Platz

Zeitdruck lastet auf Innenstadt

Lampertheim.Mit seinem Vorschlag, das Parkhaus in der Domgasse abzureißen, um die Schillerschule erweitern zu können, löst Landrat Christian Engelhardt in Lampertheim überwiegend positive Reaktionen aus. Im Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss wurde am Dienstagabend aber auch deutlich, unter welch hohem Zeitdruck eine Entscheidung über die künftige Innenstadtgestaltung steht.

Andreas Kaldschmidt vom Eigenbetrieb Schule und Gebäudewirtschaft des Kreises verdeutlichte den Ernst der Lage: Die Lampertheimer Grundschulen Goethe, Schiller und Pestalozzi sollen bis zum Schuljahr 2024/25 jeweils vierzügig ausgerichtet sein. Die Goetheschule ist bereits auf dem aktuellen Stand. Schiller- und Pestalozzischule sind dreizügig und sollen jeweils um einen Zug ausgebaut werden.

Änderung der Schulbezirke

Der Schillerschule bieten sich dabei zwei Alternativen: der Anbau eines dreigeschossigen Turms oder die Erweiterung auf der Parkhausfläche. Andernfalls müsste die Pestalozzischule um einen fünften Zug aufgestockt werden. Mit der Folge, dass die Schulbezirke geändert werden müssten. Schüler, die in der Innenstadt wohnen, müssten dann in Richtung Sportfeld pilgern. Der Kreis als Schulträger bevorzugt eine Erweiterung der Schillerschule auf der Parkhausfläche. Die Umsetzung eines an modernen Maßstäben ausgerichteten pädagogischen Konzepts benötige entsprechende Räumlichkeiten, begründete Andreas Kaldschmidt im Ausschuss. Unter Umständen könne auf dem Gelände auch eine Kindertagesstätte untergebracht werden.

Daniela Vogel vom Staatlichen Schulamt in Heppenheim betonte vor diesem Hintergrund: „Es ist wirklich eilig.“ Eine Neuordnung der Schulbezirke brauche Zeit. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass Eltern ihre Kinder bereits eineinhalb Jahre vor dem Einschulungstermin anmelden müssten. CDU-Fraktionsmitglied Franz Korb empfand denn auch den „gedrückten Zeitplan“ als Problem. „Die Crux liegt im Detail“, gab Korb zu bedenken. Er verwies damit auf zahlreiche offene Fragen, die mit Blick auf die erbetene Entscheidung durch den Landrat noch zu beantworten seien.

Applaus aus dem Auditorium, in dem Lehrer und Eltern von Schillerschülern saßen, erhielt Grünen-Fraktionschef Stefan Nickel für seine Feststellung: „Die Schillerschule sollte Schule im Herzen Lampertheims bleiben.“ Auch CDU-Fraktionsmitglied Alexander Scholl sprach von einem „sehr charmanten“ Vorschlag des Landrats. Die Schillerschule trage zur Belebung der Innenstadt bei. Daran habe sich jede Entscheidung zu orientieren.

Während FDP-Fraktionsmitglied Helmut Hummel die Aussicht begrüßte, mit einer Erweiterung der Schillerschule das „ungeliebte Parkhaus loszuwerden“, sprach SPD-Fraktionschef Marius Schmidt von einer „drängenden Problematik“ im Zusammenhang mit dem schulischen Raumbedarf. Er warnte aber vor „Hüftschussentscheidungen“ und gab als Alternative auch den Neubau einer Grundschule in Lampertheim zu bedenken. Trotz zahlreicher offener Fragen etwa in Bezug auf die Investitionskosten, den Zeitplan und das innerstädtische Parken sagte Schmidt aber auch: „Wir sollten dem Ganzen eine Chance geben.“ Am 31. März will der Ausschuss abschließend beraten.

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