Lampertheim

Fastnacht Karnevalisten der Meute arbeiten sich durch närrischen Kalender

Zum Schreien komisch und etwas gewagt

Archivartikel

Neuschloss.Ein närrisches Feuerwerk brannten die Meute-Mitglieder und ihre Freunde im Neuschlosser Meute-Keller ab. Durch die Jubiläums-Sitzung führten Vorsitzender Rolf Wegerle und Vorstandsmitglied Horst Irrgang. Die Auftritte der Einzelpersonen und Gruppen sorgten für einen unterhaltsamen Abend.

Erst während der Sitzung rückten die Vereinsmitglieder mit dem bis dahin wohlgehüteten Geheimnis heraus; anlässlich ihres 22. Fastnacht-Jubiläums krönten sie Nastasja Beslmeisl zu Nastasja I., und die strahlende Majestät im eleganten Kleid gab der Narren-Veranstaltung einen besonderen Glanz. Als ihre Begleiterin hatte Nastasja I. ihre Tochter Lara auserkoren, denn die junge Fastnachterin besitzt schon Bühnenerfahrung: Sie gehört dem Büttenredner-Team an.

Eine Fastnachtsveranstaltung benötigt viele Helfer und diese wurden mit dem Meute-Jahresorden geehrt. Wie Technikmeister Christopher Irrgang, Fotograf Helmut Wegerle, Planer Thorsten Gorth sowie Horst Gützkow und Heinrich Kronauer von der Thekenmannschaft. Auch die treuen Karnevalisten des befreundeten 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß 1956 Lampertheim wurden mit Stadtprinzessin Janine I. auf die Bühne gerufen. Sie sind seit der ersten Sitzung bei der Meute dabei. Sprecherin Ilonka Grosch überreichte den Gastgebern eine raffinierte Geburtstagstorte mit sprühenden Fontänen.

Um ihre Fastnachtsveranstaltungen der zurückliegenden 22 Jahre Revue passieren zu lassen, hatte sich die Meute etwas Besonderes einfallen lassen. Sie hatte einen närrischen Kalender vorbereitet, und die Moderatoren Wegerle und Irrgang arbeiteten sich durch die Historie. Im Jahresrückblick erinnerten sie an die Sitzungs-Themen und die originellsten Beiträge. Bis auf die letzte Kampagne, als krankheitsbedingt Fastnachter ausfielen, hatten sie stets ein karnevalistisches Programm abgespult.

Oma twistet mit Enkeln

Die Gruppe Generations zeigte dann auch, was man mit reichlich Kondition bewegen kann. Oma Birgit Misterek twistete mit ihren Enkelkindern. Begeistert ließ Rolf Wegerle die erste Rakete des Abends starten. Lustige Geschichten erzählten die zwei Engelanwärter Renate Kronauer und Lara Beslmeisl: Emma und Emmchen befanden sich auf einer abenteuerlichen Reise nach Hollywood.

Über ihre Schwangerschaftsgelüste nach sauren Gurken und Schokolade berichtete Luisa Guthier in der Bütt. Ihr Herz hatte ein Bürstädter gebrochen. Als Märchenerzähler nahm Matthias Linders auf der Bühne Platz und die Komikerinnen Birgit Misterek, Renate Kronauer, Simone Wegerle, Simone Günderoth und Natalie Linders erzählten eine seltsame Form von Aschenputtel.

Auf fragwürdige Behandlungsmethoden war Dr. Leberschaden alias Rolf Wegerle aus. Das Fastnachtstreiben löse zahlreiche Erkrankungen aus. „Und an Aschermittwoch, Gott sei Dank, sind ’se alle krank“, freute sich der „Mediziner“ und spekulierte auf sein gutes Honorar. Zum Schreien komisch und etwas gewagt präsentierten sich die zwei Dabbschädl Rainer Strubel und Gerd Schäfer. „Wir singen ein schönes Lied“, versprach Strubel. Was folgte, war das Kinder-Bewegungslied „Hände waschen“. Wasser stand bereit, doch „leider“ war kein Handtuch da, und so mussten die Akteure ihre gewaschenen Körperteile schütteln, auch den Po.

Einen großen Auftritt hatte das Ehepaar Gerda (Hans-Peter Deubel) und Sepp (Karl-Heinz Münch). Während Gerda triumphierte, die Frauen seien die Krönung der Schöpfung, meinte Sepp, die Männer seien ein Glücksgriff der Natur. Ein närrisches Potpourri gaben die schrill singenden Meute-Frauen zum Besten. Die gewitzten „Witwen“ begaben sich auf Männersuche. Udo Gorth begleitete sie auf der Gitarre.

Erst nach der letzten Nummer offenbarte Wegerle: „Es wird keine Sitzung mehr geben.“ Die Mitglieder feiern im nächsten Jahr das 50-jährige Bestehen der Meute und dafür gebe es allerhand Vorbereitungen zu meistern, erklärte der Vorsitzende.

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