Lampertheim

Coronavirus II Fünf neue Fälle in Lampertheim

Zwei Kranke in stationärer Behandlung

Lampertheim.Seit Montagabend sind die ersten Covid-19 Fälle im Lampertheimer St.-Marienkrankenhaus in stationärer Behandlung. Wie die Klinikleitung mitteilt, geht es beiden Patienten den Umständen entsprechend gut. Der Kreis Bergstraße hat am Donnerstagabend zudem mitgeteilt, dass in Lampertheim fünf neue Infektionsfälle nachgewiesen wurden.

„Wir konzentrieren uns auf die Behandlung der Symptome wie Fieber und Flüssigkeitsmangel. Ich bin sehr zuversichtlich, dass beide unser Krankenhaus bald wieder verlassen können“, sagt Dr. Nicolai Härtel, Ärztlicher Direktor des St.-Marienkrankenhauses. Der Krisenstab der Klinik tagt täglich und stimmt die notwendigen Maßnahmen ab. „Wir haben die vergangenen Tage gut nutzen können und sind sehr gut vorbereitet. Trotz der spürbaren Verunsicherung stehen unsere Mitarbeiter zusammen“, erläutert Geschäftsführer Andreas Hofmann. Für betroffene Patienten wurde eine separate Station eingerichtet. Die Wegeführung wurde entsprechend angepasst und mit den Rettungsdiensten abgestimmt, so dass Patienten mit Verdacht auf eine Covid-19 Infektion sofort isoliert werden und mit niemandem sonst in Kontakt kommen können. Auch die Beatmungskapazitäten wurden ausgeweitet.

Eine ganz entscheidende Maßnahme sei aber gewesen, die Hochrisikopatienten der Geriatrie von allen übrigen Patienten abzusondern. „Wir nutzen ausschließlich die Station 1 für die Versorgung unserer geriatrischen Patienten, da sie sich in einem gesonderten Gebäudeteil befindet und sich sehr gut vom Hauptbettenhaus abschotten lässt. Ebenso wurden alle Therapiebereiche, die für die geriatrische Behandlung wichtig sind, in diesen Gebäudeteil verlagert. Wir achten streng darauf, dass sich die Mitarbeitergruppen nicht durchmischen. Ebenso gilt seit Samstag ein sehr weitreichendes Besuchsverbot. Wir müssen das Ansteckungsrisiko für unsere Patienten so gering wie möglich halten“, so Dr. Csaba Reich, Chefarzt der Geriatrie.

Allerdings träten nun neue Probleme auf. Viele Altenpflegeheime verweigerten die Übernahme von Patienten aus Krankenhäusern oder stellten hohe Anforderungen an die Testung auf Covid-19. „Dies wird für uns ein Problem werden. Wir sind auf die Altenpflegeheime angewiesen, dass sie uns zeitnah die Patienten abnehmen. Ich kann die Sorge eines jeden Heimleiters verstehen, der alles tut, um seine Bewohner zu schützen. Gerade jetzt wo Krankenhauskapazitäten absehbar knapp werden, wird jedes freie Bett zählen. Ich hoffe, dass wir mit den getroffenen Maßnahmen die Kollegen in den Heimen davon überzeugen können, dass wir alles tun, um das Ansteckungsrisiko auch dort klein zu halten“ so Reich. red

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