Leserbrief

Braucht ein Elektroauto Publikum beim Laden?

Zum Bericht „Neue Technik lahmt noch“ im Südhessen Morgen vom 13. Februar über den Ausbau von Ladestationen für Fahrzeuge mit Elektroantrieb.

Vielen Dank für den interessanten und ausgewogenen Artikel. Eines vorweg: Die Innenstadt ist für mich am besten mit dem Fahrrad zu besuchen. Das tun auch sehr viele Lampertheimer. Allerdings werden Geschäftsinhaber in der Innenstadt nicht müde zu betonen, wie wichtig Parklätze direkt vor der Tür sind, um der Abwanderung der Kunden auf die grüne Wiese entgegentreten zu können. Daher ist es für mich schwer zu glauben, dass von der Stadt acht Parkplätze kostenlos zur Nutzung überlassen werden. Nutznießer sind privatwirtschaftliche Unternehmen wie Energieried oder EWR.

Da könnte man als konventioneller Tankstellenbetreiber ja direkt neidisch werden. Dieser muss seinen Grund nämlich ganz normal kaufen oder pachten. Die Frage lautet doch: Wer soll diese Säulen nutzen? Die 36 Menschen mit eigenem E-Auto werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Hause einen Wallbox installiert haben. Sie kommen als Kunde also nicht in Frage. Bleiben also Touristen, die mit dem Elektroauto anreisen . . .

Es mag ja sein, dass es eine Richtlinie gibt, die Tankstellen an publikumswirksamen Stellen zu installieren, aber welchen Sinn hat das? Braucht ein Elektroauto Publikum beim Laden? Da werden dem letzten innerstädtischen Supermarkt kurzerhand zwei Parkplätze genommen. In der Wilhelmstraße vor dem Discounter haben wir ansonsten eine Ladezone (also jetzt für den Lastwagen) und zwei Behindertenparkplätze. Löblich ist auch der Fahrradabstellplatz. Wo aber sollen die Menschen parken, die die Orthopäden rechts und links besuchen wollen?

Wie kann es sein, dass diese Dinge gar nicht in den städtischen Gremien besprochen werden?

Aus meiner Sicht wäre die Ladesäule vor dem Dom (Kaiserstraße) weniger schmerzlich gewesen. Auch die Ladesäule vor dem Amtsgericht kostet zwei sehr begehrte Parkplätze. Wenn doch sowieso Ladesäulen am Bahnhof installiert werden sollen, scheinen mir die vor dem Amtsgericht obsolet.

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