Leserbrief

Forum der Parteien Zur Beteiligung an der Landratswahl

Vergessene Bürgerpflicht bedauerlich

Nun ist die Landratswahl vorbei und Herr Engelhardt von der CDU konnte sich durchsetzen. Ich wünsche gutes Geschick und die Courage, gegen die durch die CDU Hessen verursachte Unterfinanzierung hessischer Kommunen Position zu ergreifen.

Nun aber zu der wichtigsten Kennzahl des Wahlsonntags, der Wahlbeteiligung. 15,99 Prozent in Viernheim und 21,82 für den Kreis Bergstraße sind ein Armutszeugnis. Bereits bei der Bürgermeisterwahl erschreckte die mangelnde Bereitschaft, seinem Willen durch den Urnengang Ausdruck zu verleihen.

Als Parteienvertreter ist man in der Pflicht, auf Ursachenforschung zu gehen. Die Einführung der Direktwahl des Landrats als Instrument für mehr direkte Demokratie ist gescheitert. Die Bürger fühlen sich nicht angesprochen, und ein repräsentativer Wählerwillen ist nur zu erahnen.

Die Bürger resignieren teilweise, es sei sowieso keine Änderung zu erwarten. Oder auch das Argument der Lustlosigkeit ist oft zu hören. Bei dem erstgenannten hat sich die betreffende Person wenigstens mit Kommunalpolitik beschäftigt. Der richtige Schritt wäre eigenes Engagement. Dies ist möglich in NGOs, Parteien, Bürgerinitiativen und über Leserbriefe. Resignation hilft aber genauso wenig weiter wie das, teilweise anonyme, Schimpfen in sozialen Netzwerken.

Kernproblem ist aber die Lustlosigkeit, bei einem Sonntagsspaziergang seine Stimme abzugeben. Ich möchte erst gar nicht den Vergleich bemühen mit anderen Ländern, in denen Menschen bei Wahlbeteiligung um ihr Leben fürchten. Unsere eigene deutsche und europäische Geschichte zeigt die Wichtigkeit von Wahlen und die Opfer, die dafür gebracht wurden.

Alleine auf Parteien zu schimpfen ist dabei zu einfach. Parteien sind keine aus außerirdischen Wesen bestehenden Organisationen. Parteien müssen sich aber vorwerfen lassen, dass der Wahlkampf wenig attraktiv war. Social Media und webbasierte Kommunikationsmittel waren im Einsatz, aber fehlte es noch an der ausgewogenen Mischung. Die Themensetzung und Kandidatenpräsentation waren eher zurückhaltend.

Um nun aber eine Lösung für die Lustlosigkeit und Resignation zu bieten. Über das Ratsinfosystem der Stadt Viernheim ist ersichtlich, wann und wo alle aufgeführten Sitzungen stattfinden. Bis auf die Betriebskommissionen sind alle Sitzungen öffentlich! (https://rim.ekom21.de/viernheim/termine). Die SPD wie auch die Jusos Viernheim laden herzlich alle Interessierten ein, sich bei öffentlichen Sitzungen des Vorstands zu beteiligen. Die Termine sind auf der Homepage ersichtlich.

Frei nach Ghandis Weisheit "Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt", muss man sich aktiv einbringen, wenn man Missstände sieht, um diese zu beseitigen.

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