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Handball-Bezirksoberliga Aufsteiger FSG Biblis/Gernsheim sieht sich gut aufgestellt / Fehlender Unterbau ein Problem

A-Liga-Jahr nur ein Ausrutscher

Biblis.„Wir gehören in diese Liga“, ist Bernd Seiberth, Trainer der FSG Biblis/Gernsheim, vor dem Beginn der neuen Bezirksoberliga-Saison überzeugt. Unter Seiberths Führung haben die Bibliser Handballerinnen den direkten Wiederaufstieg geschafft. Das Jahr A-Liga soll ein Ausrutscher gewesen sein. „Ich bin mir sicher, dass wir uns im Mittelfeld der Liga etablieren können“, so der Coach, der mit seinem Team am 15. September mit dem Spiel bei der HSG Dornheim/Groß-Gerau in die Runde startet.

Seiberth kennt die Bezirksoberliga aus seiner Zeit bei der ESG Crumstadt/Goddelau, die inzwischen in die Landesliga aufgestiegen ist, bestens und auch die Bibliser Spielerinnen wissen noch sehr gut, was sie in der neuen, alten Spielklasse erwartet. „Die BOL ist schon eine gute Liga. Hier ist wesentlich mehr Qualität vorhanden, als in der A-Liga“, ist der Trainer überzeugt. Vor allem seien die Konkurrenten in der Breite besser besetzt und man könne sich nicht so leicht auf die Gegner einstellen. „Die meisten Mannschaften haben nicht die eine überragende Spielerin, die man mal einfach in Manndeckung nehmen kann, und dann ist das Spiel entschieden“, so der Trainer.

Zwei Neuzugänge

Seiberth suchte während der Vorbereitung immer wieder das Einzelgespräch. Dabei kam natürlich auch die persönliche Zielsetzung zur Sprache: „Mir hat es sehr gut gefallen, dass fast alle gesagt haben, dass sie ins Mittelfeld wollen. Dem habe ich mich gerne angeschlossen. Natürlich ist das erste Ziel, den Klassenerhalt frühzeitig zu packen. Aber das sollte mit unserem Kader drin sein. Danach gilt es, sich zu etablieren.“

Mit der Vorbereitung war Seiberth „sehr zufrieden“. In der ersten Phase stand traditionell die Grundlagenausdauer, Kraft und Schnelligkeit auf dem Plan, aber schon früh wurde auch an der Gruppentaktik gearbeitet. „Wir haben nicht viel Neues gemacht, eher funktionierende Dinge verfeinert“, so der Trainer. Dabei galt es, zwei Neuzugänge zu integrieren: Bianca Buttgereit und Ronja Feldmann kamen von der TGB Darmstadt.

„Sie machen ihre Sache wirklich gut“, lobt Seiberth. Buttgereit soll mit ihrer Schnelligkeit gemeinsam mit Liboria Romano eine Flügelzange bilden. „Beide laufen sehr gute Konter, gehen früh ab in den Gegenstoß. Das soll nun auch unser erstes Angriffsmittel sein. Danach geht es mit der zweiten Welle weiter“, will der Trainer mit seiner Mannschaft „aufs Tempo drücken. Das war schon in der vergangenen Saison unsere Stärke und soll es auch jetzt wieder sein. Aber auch im gebundenen Angriff haben wir uns verbessert“, so Seiberth.

Dass die FSG Biblis/Gernsheim gewappnet ist, zeigte sie bereits bei einem Vorbereitungsturnier in Maintal, als sie sich gegen Konkurrenz aus der Bezirksoberliga durchsetzte und den Turniersieg feierte. „Das war schon gut mit den Erfolgen gegen Bruchköbel, Langenselbold und im Finale gegen unseren Liga-Konkurrenten Langen. Doch überbewerten darf man das auch nicht. Es gab genauso auch Spiele, in denen es nicht so rund lief“, erkannte Seiberth.

Im Duell um die Meisterschaft rechnet der Trainer mit einem Vierkampf zwischen Landesliga-Absteiger Pfungstadt, Egelsbach, Siedelsbrunn und Weiterstadt. „Diese vier Teams habe ich auf dem Zettel. Aber insgesamt ist das eine ausgeglichene Liga, in der auch viel davon abhängt, dass man weitgehend verletzungsfrei bleibt. Das wird auch bei uns enorm wichtig“, unterstreicht der Coach. Zwar hat er einen 16er Kader zur Verfügung, „aber einige Spielerinnen arbeiten im Schichtdienst, andere haben auch familiäre Verpflichtungen oder man wird mal krank“, so der Trainer, der es bedauert, dass es bei Biblis/Gernsheim keinen echten Unterbau gibt.

Die zweite Mannschaft der FSG spielt außer Konkurrenz in der B-Liga und hatte nach der vergangenen Runde einen großen Aderlass in Richtung Groß-Rohrheim und auch in der Jugend wird es noch dauern, bis etwas nachkommt. „Umso glücklicher sind wir, dass wir zwei Zugänge von Außen bekommen haben und der Kader jetzt eine vernünftige Größe hat. Aber viel passieren darf nicht, wenn wir von Anfang an im sicheren Mittelfeld mitmischen wollen“, so Seiberth. me

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