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Corona-Krise Bergsträßer Kreisfußballausschuss will die Saison abschließen / Warten auf Regelung für ganz Hessen

Abbruch ohne Abstieg naht

Ried.Die Würfel sind gefallen. Zumindest auf der Ebene des Bergsträßer Kreisfußballausschusses. Dieser befragte in einer anderthalbstündigen Videokonferenz die Vertreter der knapp 70 Vereine über mögliche Konsequenzen der Corona-Pandemie und kann das Votum nun an den Bezirksbeauftragten Michael Sobotta weitergeben – als Vorbereitung für eine einheitliche Regelung des Hessischen Fußballverbandes, die am Samstag getroffen und auf einem virtuellen Verbandstag Mitte Juni abgesegnet wird.

Die Spielrunde 2019/20 soll gemäß des Beschlusses am 30. Juni beendet werden. Das finale Tabellenbild ist das des 8. März, an dem zum letzten Mal um Punkte gespielt wurde. Mit einem Quotienten wird verhindert, dass keine Mannschaft einen Vorteil erzielt, wenn sie mehr Spiele als eine andere ausgetragen hat. Es gibt zwar Aufsteiger, jedoch keine Absteiger und auch keine Relegationsspiele. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass dieser Bergsträßer Beschluss auch eine hessenweite Relevanz haben könnte, andere Fußballkreise votierten ähnlich.

Klaus Gassert, der Vorsitzende des Kreisoberligisten VfR Bürstadt, hält es für sinnvoll, die Saison nicht mehr fortzuführen. Aber losgelöst von der sportlichen Regelung machen sich nicht nur die Bürstädter derzeit Gedanken, wie es mit ihrer Sportart weitergehen soll. Die Veranstaltungen, die zur Finanzierung des Spielbetriebs dienen, wurden reihenweise abgesagt. Auch die VfR-Stadiongaststätte bleibt vorerst geschlossen.

Alemannia würde profitieren

Zufrieden mit der Regelung ist ebenfalls Klaus Anthes. „Klar haben wir uns dafür entschieden, die Runde zu beenden, ohne dass es einen Absteiger gibt. Denn wir stehen ja auf einem Abstiegsplatz“, hofft der Vorsitzende des Kreisoberligisten FC Alemannia Groß-Rohrheim, dass die Bergsträßer Entscheidung nun seine Gültigkeit für den gesamten Hessischen Fußballverband besitzt. Und er hat einen Wunsch: „Im September ganz normal weiterspielen.“

Ungewisse Zukunft

Schon jetzt steht fest, dass in den nächsten Tagen in Rohrheim erst einmal kein Fußball gespielt und somit auch nicht trainiert wird. Das liegt nicht nur an den hohen Vorschriften, die Anthes als „schwer einhaltbar“ einstuft, sondern auch daran, dass der Verein in Verhandlungen mit der Gemeinde steht, wann der Platz freigegeben ist.

„Wir können uns noch nicht einmal in die Vereinsgaststätte setzen und ein Bier zusammen trinken. Der Fußball ist tot und das gilt auch für die uns liebgewonnene dritte Halbzeit“, bedauert Anthes mit einem Augenzwinkern.

„Es wird Zeit, dass die Entscheidung endlich getroffen wird“, war auch Patrick Andres, der Sportausschussvorsitzende des B-Ligisten FC Olympia Lampertheim, über das Ergebnis der Sitzung sehr froh. Dabei kann er sich mit der gewählten Variante durchaus anfreunden, obwohl er für eine andere Lösung plädiert hatte. Diese sah vor, dass bei einer sofortigen Beendigung der Saison die vor der Spielzeit festgelegten Auf- und Abstiegsregeln gegriffen hätten.

Nun bleibt abzuwarten, ob und wann sich alles normalisiert und ob die neue Fußball-Saison möglicherweise tatsächlich am 19. September beginnt. Auch Frank Willhardt, Pressesprecher des Kreisoberligisten TV Lampertheim, würde sich richtig freuen, wenn „ich endlich mal wieder auf den Sportplatz gehen, unsere Jungs kicken sehen und dazu noch ein kleines Schwätzchen abhalten kann.“ hias

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