Lokalsport Südhessen

Tischtennis Der Spitzenspieler des TTC Lampertheim gewinnt den Teqpong-World in Budapest – und über 5000 Dollar Preisgeld

Alfredas Udra spielt sich frei

Archivartikel

Budapest.Was Alfredas Udra, der frischgebackene doppelte World-Cup-Gewinner im Teqpong, mit seinen 5000 Dollar Preisgeld anstellen wird, ist noch nicht bekannt. Ob sich der litauische Tischtennis-Nationalspieler des TTC Lampertheim ein neues Auto zulegen wird? „Gut möglich“, sagt Lampertheims Vorsitzender Uwe van gen Hassend: „Sein altes hat er ja vor ein paar Wochen zu Schrott gefahren.“

Von den Geschichten, die das (Sportler-)Leben schreibt, hat Udra seit Sonntag eine mehr auf Lager. Der Balte, der am 14. Dezember seinen 26. Geburtstag feiert, reiste am vergangenen Wochenende nach Budapest zum World Cup im Teqpong – einer Tischtennisvariante, die sich als Trendsportart wachsender Popularität erfreut. Ein wesentlicher Unterschied zum klassischen Tischtennis: Die Platte ist zur Mitte hin nach oben gewölbt. Außerdem ersetzt eine Kunststoffplatte das Netz. Zurückprallende Bälle etwa dürfen aus der Luft neu gespielt werden. Der Aufschlag wird aus der Distanz ausgeführt. „Die Spiele dauern länger, die Ballwechsel sind nicht so schnell und spektakulär“, meint van gen Hassend: „Da kommt es mehr darauf an, den Ball im Spiel zu halten. Das kann Alfredas par excellence.“

Autounfall gut verarbeitet

Und so kam es, dass Udra bei dem mit über 50000 Dollar dotierten Event der ganz große Wurf gelang. Mit einem 3:0-Finalerfolg gegen den Berliner Sebastian Stürzebecher sicherte er sich den World-Cup-Sieg im Einzel und 5000 Dollar Preisgeld. Weitere 5000 Dollar erspielte Udra im Doppel mit seinem Nationalmannschaftskollegen Tomas Mikutis. Nach dem 3:0 über Frankreich überließ der Spitzenspieler des TTC Lampertheim seinem Jugendfreund Mikutis seinen Anteil. „Soweit ich weiß, haben sie das vorher so vereinbart“, erklärt van gen Hassend.

Die noble Geste des Mannes, der schon im Sommer beim nationalen Teqpong-Qualifikationsturnier stolze 1000 Euro Prämie gewonnen hatte, ist umso ehrenwerter, bedenkt man, dass der Herbst für Udra bislang unter schlechten Vorzeichen stand. Ende Oktober war der Litauer bei Aquaplaning mit seinem Auto von der Fahrbahn abgekommen. Während Udra bis auf ein paar Prellungen unverletzt blieb, entstand am Fahrzeug ein Totalschaden.

Udra, der 2017 nach Lampertheim wechselte und im Sommer Andrei Putuntica als Nummer eins beim Vizemeister der 3. Bundesliga Nord beerbte, reagierte auf seine Weise. Nur sechs Tage nach dem Unfall stand er beim Heimspiel gegen den SV Siek (6:4) an der Platte – und schlug Adrian Wiecek, den Spitzenmann der Gäste, in vier Sätzen.

Auch gegen Buschhausen (6:2), Fulda II (1:6) und Hannover (6:2) war der Rechtshänder dabei. Wobei Udras Einzelbilanz von 6:7 noch nicht mit der Vorjahresausbeute (15:6) standhält. „In den letzten Spielen lief es nicht so gut. Da hat ihm die gewohnte Sicherheit in der Abwehr gefehlt“, findet van gen Hassend: „Aber das ist seine erste schwächere Phase in drei Jahren. Alfredas ist immer fit, hochmotiviert und ein absoluter Leistungsträger. Diese Erfolge werden ihm guttun.“ Udras Reise von Litauen nach Budapest hätte auch ohne Titel als Beweis für seine Spielfreude getaugt: Am Wochenende war der TTC spielfrei.

Ob Teqpong jetzt auch in Lampertheim Einzug erhält ist eher fraglich. „So ein Tisch kostet knapp 2000 Euro. Aber es gab ja schon viele Spaß-Sportarten, die durchgestartet sind. Diesmal waren über 50 Nationen vertreten“, schließt TTC-Boss van gen Hassend nichts aus. Die Südhessen pflegen jedenfalls gute Kontakte zu den Machern der Sportart. William Maybanks, 2014 Oberliga-Meister mit dem TTC, ist als Sport Operations Manager in das Projekt involviert, das mit Show-Charakter und zahlungskräftigen Sponsoren aufwartet. Und mit großen Namen: Für Teqball, einer Kombination aus Tischtennis und Fußball, wurde der frühere Weltfußballer Ronaldinho als Schirmherr gewonnen.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional