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Fußball-Kreisoberliga TV Lampertheim überwintert auf Platz zwei, doch ein Umbruch ist unvermeidbar

„Alle Topteams bezwungen“

Lampertheim.Inhaber des zweiten Tabellenplatzes in der Fußball-Kreisoberliga Bergstraße ist der TV Lampertheim. Und diese Position würde den Fußballern des 1883 gegründeten Turnvereins alle Optionen offen halten, in der kommenden Saison in der Gruppenliga Darmstadt zu spielen. Ganz so eilig haben es die Lampertheimer allerdings nicht, in den Darmstädter Fußballbezirk zurückzukehren.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der TVL befindet sich im personellen Umbruch und würde sich langfristig ein wenig schwer tun, eine schlagkräftige Truppe für die Gruppenliga zusammenzustellen. Denn längst ist bekannt, dass sich altgediente Lampertheimer Routiniers wie Robert Meier, René Salzmann, Pascal Simon, Daniel Willhardt, Peter Hecher oder Philipp Hensel in der Spätphase ihres fußballerischen Wirkens befinden.

„Viele Spieler, die jetzt noch mit dem TV Lampertheim in Verbindung gebracht werden, werden in absehbarer Zeit, ihre Fußballschuhe an den Nagel hängen. Die Mannschaft wird in den kommenden Jahren ein anderes Gesicht bekommen“, verrät TVL-Trainer Rudi Kecskemeti.

Er selbst wird allerdings ab kommenden Sommer nicht mehr auf der sportlichen Kommandobrücke im Sportzentrum Ost stehen und hat seinen Rücktritt bereits angekündigt. Somit befindet sich der Verein derzeit intensiv auf der Suche nach einem neuen Übungsleiter.

Wenn Kecskemeti den Verein im Juni 2020 verlassen wird, kann er auf zwei Jahre schaffensreichen Wirkens zurückblicken. Nach der Saison 2018/19, die nach dem freiwilligen Rückzug aus der Gruppenliga im Zeichen der Konsolidierung stand, ist der TV Lampertheim nun noch mehr zur Spitzenmannschaft gereift. Der Rückblick auf die absolvierten Spiele lässt jedenfalls keine andere Schlussfolgerung zu.

Zwar hatten die Turner im September einige Zeit an einer 1:3-Auswärtsniederlage bei der KSG Mitlechtern zu knabbern, doch danach ging es aufwärts. Es folgte Sieg auf Sieg und in vielen Fällen musste die Konkurrenz deutliche Schlappen hinnehmen. „Wir haben alle Spitzenmannschaften bezwungen“, sagt Rudi Kecskemeti der freudig daran erinnert, dass seine Mannschaft schon am ersten Spieltag mit einem 5:4-Erfolg beim aktuellen Tabellenführer SG Unter-Abtsteinach II zurückkehrte. Und am 13. Oktober freuten sich die Lampertheimer nicht nur über den 3:2-Heimsieg über Konkurrent FC Fürth, den sie mit diesem Erfolg an der Tabellenspitze ablösten.

In diesen Tagen von Mitte Oktober bis Mitte November war der TV Lampertheim in der Kreisoberliga das Maß aller Dinge und präsentierte sich stolz als Herbstmeister. Doch in den Freudenbecher mischten sich alsbald Wermutstropfen. Kaum war die Rückrunde angepfiffen, da musste die Kecskemeti-Elf empfindliche Einbußen hinnehmen. So ging der 15. November nicht gerade als Freudentag in die Annalen des Vereins ein. Die Reserve der SG Unter-Abtsteinach reiste zum Rückspiel nach Lampertheim an und gewann prompt mit 2:0.

Rückschläge vor der Winterpause

„Die beiden Unter-Abtsteinacher Torschützen Mirko Ragusa und Ole Gärtner sind eigentlich in der Verbandsliga beheimatet. Sie machten an diesem Freitagabend einfach den Unterschied“, bemerkt Kecskemeti. Doch damit nicht genug, denn auch der folgende Spieltag war aus Lampertheimer Sicht ein pechschwarzer. Die Reise ging zum sich im Abstiegskampf befindenden SV Unter-Flockenbach II.

Lampertheim der große Favorit? Ein typischer Fall von „Denkste“, denn am Ende hieß es 7:2 für den SVU II. Auch am letzten Spieltag zu Hause gegen die KSG Mitlechtern brachten die Turner keinen Fuß vor den anderen und mussten sich mit einem mageren 2:2 begnügen. „Es wäre fatal, wenn wir nun an diesen drei Spielen gemessen werden würden. Denn über weite Strecken haben wir eine überragende Saison gespielt“, betont Kecskemeti noch einmal, dass sich seine Elf absolut im Soll befindet.

Personell hat sich die Situation bei den Lampertheimern nicht gerade verbessert. So verließ nun Stammspieler Nico Herwehe den Verein in Richtung SKV Sandhofen. Nachdem er sich selbstständig gemacht hatte, will er in seiner Mannheimer Fußballheimat etwas kürzertreten und dort mit wesentlich weniger Trainingseinheiten in der zweiten Mannschaft spielen. hias

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