Lokalsport Südhessen

Spieler der Woche Der 19-Jährige hat schon einiges erlebt / Beim Kreisoberligisten VfR Bürstadt setzt man auf den laufstarken Techniker

Ans Aufhören hat Kadir Kilic nie gedacht

Archivartikel

Bürstadt.Eigentlich ist Kadir Kilic beim VfR Bürstadt mittlerweile Innenverteidiger, doch das Toreschießen hat der langjährige Stürmer dennoch nicht verlernt. Dies zeigte der 19-Jährige am vergangenen Sonntag im Bürstädter Kreisoberligaderby gegen die SG Riedrode, als er mit dem 1:0 in der 65. Minute den 2:0-Heimsieg der Schwarz-Weißen aus Bürstadt einleitete und die VfR-Anhänger nach zuletzt zwei Heimniederlagen im Robert-Kölsch-Stadion endlich wieder einen Sieg bejubeln ließ.

"Dieses Tor zum 1:0 war natürlich wichtig für uns als Mannschaft, aber auch Kadir selbst hat sein Tor sicher gut getan", sagt Christoph Schamber. Der VfR-Co-Trainer , der zudem als Stürmer bei den Schwarz-Weißen aktiv ist, weiß, dass Kilic nicht die leichtesten Wochen hinter sich hat.

"Muss mich klüger verhalten"

So war das Spiel gegen den Lokalrivalen SG Riedrode für den gebürtigen Viernheimer das erste nach einer Drei-Spiele-Sperre, die sich der 19-Jährige im Derby gegen den FV Hofheim durch eine Notbremse eingehandelt hatte. "Das war natürlich unglücklich, da haben ja gleich drei von uns nicht aufgepasst und ich war dann letzter Mann und habe ihn zu Fall gebracht", hätte Kilic auf diesen Moment liebend gerne verzichtet.

"So etwas passiert in einem Fußballspiel eben auch mal, da kann man ihm gar keinen großen Vorwurf machen. Außerdem haben da ja noch ein paar andere nicht aufgepasst. Schlecht für ihn war allerdings, dass er in dieser Saison ja schon eine Rotsperre hatte und sich die Sperre deshalb von zwei auf drei Spiele erhöhte", bedauert Schamber. "Das war im Pokalspiel in Ober-Abtsteinach. Mein Gegenspieler hält mich fest und ich versuche mich von ihm loszureißen, das hat der Schiedsrichter bei mir als Tätlichkeit gewertet. Bei solchen Provokationen muss ich mich klüger verhalten. Das weiß ich, denn zuzuschauen macht keinen Spaß", hat Kilic keine Lust mehr auf fußballerische Zwangspausen. "In der Jugend habe ich keinen einzigen Platzverweis kassiert. Das war schon letzte Saison in der Kreisoberliga etwas Neues für mich", hat Kilic schon einige schwerere Zeiten in Sachen Fußball erlebt. "Ich habe beim VfR Wormatia Worms in der U-19-Regionalliga gespielt, der zweithöchsten Spielklasse nach der Jugendbundesliga und da durfte man auch schon ein wenig beim Herrenteam der Wormatia in der Regionalliga schnuppern", lebte Kilic zu dieser Zeit noch den Traum vom Fußballprofi. "Ich glaube, diesen Traum hat jeder, der mit dem Fußballspielen beginnt", machte Kilic hier aber ein schwere Verletzung einen Strich durch die Rechnung. "Damals kam ein Gegenspieler auf mich zu, der an den Ball wollte, ich wollte noch an ihm vorbei, aber er hat mich dann am Knie getroffen. Danach hatte ich eine Verletzung, die operiert werden musste und ich konnte 13 Monate lang keinen Fußball spielen. Das war eine sehr demoralisierende und demotivierende Zeit und trotzdem habe ich nie daran gedacht, mit dem Fußball aufzuhören", hat sich Kilic durchgebissen und spielt seit vergangener Saison für den VfR.

"Kadir ist ein laufstarker und technisch versierter Spieler und wir sind froh, dass wir einen Spieler mit seinen Qualitäten haben. Er ist auch einer, der voran geht und das Team anführt, daher haben wir ihn neben unserem Kapitän Andreas Krämer zum Co-Kapitän gemacht", lobt Co-Trainer Schamber den 19-Jährigen, der im kommenden Monat seinen 20. Geburtstag feiert. "Mit der bisherigen Runde können wir sicher ganz zufrieden sein, aber bis zur Winterpause wollen wir noch ein paar Punkte holen", will Kilic am Sonntag mit dem VfR im Auswärtsspiel gegen Ligaschlusslicht SV Fürth Punkte einfahren. "Das wird sicher ein unangenehmes Spiel, aber auswärts sind wir ja stark", weiß Kilic natürlich, dass die Schwarz-Weißen erst eine Auswärtspartie in der laufenden Runde verloren haben.

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