Lokalsport Südhessen

Tischtennis Nachrückverfahren bringt die SGH-Herren zurück in die Bezirksliga / Der TV Bürstadt profitiert ebenfalls

Aufstieg überrascht Hüttenfeld

Archivartikel

Ried.„Ich habe es selbst aus dem Internet erfahren“, sagt Volker Berg. Beim Prüfen der Klasseneinteilung stellte der Kapitän der Tischtennis-Herren der SG Hüttenfeld vor wenigen Tagen fest: Sein Team steigt nachträglich in die Bezirksliga auf. „Das kam völlig unerwartet. Wir hatten für die Bezirksklasse geplant“, betont der 32-Jährige, dessen Mannschaft nach dem vorzeitigen Saisonabbruch als Dritter in der Bezirksklasse mit nur einem Punkt Rückstand das Nachsehen hatte.

Auch die Tischtennis-Abteilung des TV Bürstadt darf sich freuen. Das dritte Damenteam wird weiter in der Bezirksliga aufschlagen. Nach dem Abbruch hatte Bürstadts „Dritte“, die nach einer punktlosen Vorrunde schon zwei Rückrundensiege geholt hatte, als Tabellenletzter als Absteiger festgestanden. „Die Bezirksliga ist die richtige Klasse für uns. So haben wir ein geeignetes Sprungbrett für unsere ambitionierten Nachwuchsspielerinnen in den Aktivenbereich“, freut sich Abteilungschef Frank Rosenberger. Bei den Herren werden die Bürstädter neben der ersten Mannschaft in der Bezirksoberliga gleich drei Reserven in der Bezirksklasse stellen. Die künftige vierte TVB-Mannschaft rückt als Kreisliga-Vierter nach.

Sollstärke muss erreicht werden

Die Auffüllregelung in der Wettspielordnung des Hessischen Tischtennis-Verbands (HTTV) macht die Verschiebungen möglich. Konkret geht es um die Sollstärke, die die Spielklassen auf Bezirksebene zu erfüllen haben. Sind oder werden in der Liga noch Plätze frei, wird nachgerückt. Dabei gilt eine bestimmte Reihenfolge. Potenzielle Relegationsteilnehmer haben demnach die besten Karten. Danach werden die Teams aus den oberen Klassen berücksichtigt, die auf einem direkten Abstiegsplatz stehen – bis auf die Tabellenletzten.

Ist die Sollstärke immer noch nicht erreicht, dürfen die Dritten der unteren Klasse aufsteigen, die Liga-Schlusslichter sind die Nächsten in der Warteschleife. Die Nachrück-Prozedur lässt sich bis zum Fünften der unteren Klasse fortführen – was in der Regel jedoch nicht nötig ist. „Ich gehe davon aus, dass es in diesem Jahr auch etwas mit Rückzügen aus oberen Klassen zu tun hatte“, vermutet SGH-Spielführer Berg. So tritt etwa Verbandsliga-Absteiger TTC Groß-Rohrheim im Spieljahr 2020/21 in der Bezirksklasse an.

Entscheidend für die Nachrückberechtigung ist übrigens „ein kleiner Pfeil“, wie Rosenberger erklärt. Sprich: Bis zum 10. Juni mussten die Vereine online angeben, ob sie im Fall der Fälle den Aufstieg wahrnehmen respektive die Klasse halten wollten. „Das ist eigentlich nur eine Formalie“, weiß Berg, der sich „überglücklich“ über die Bezirksliga-Rückkehr äußert: „Das Niveau ist höher, wir werden viel mehr gefordert sein. Aber wir haben Spaß auf diesem Niveau. Der Aufstieg war unser Wunsch“, betont der frischgebackene Papa.

Noch vor dem Aufstieg hatte Hüttenfeld die Verpflichtung von Udo Geyer und dessen Sohn Christian klargemacht. „Udo wollte sich verändern, ist auf uns zugekommen und hat Ende Mai ein Probetraining bei uns bestritten“, freut sich Berg: „Beide sind für das hintere Paarkreuz vorgesehen. Da wir einige Pendler in der ersten Mannschaft haben, sind wir endlich mal in einer Situation, in der wir ein wenig durchrotieren können. Sie sind also eine Verstärkung für den gesamten Verein.“ Mit Malte Böck, Gwen Steier, Matthias Thomas, Volker Berg, Heiko Möller und Robin Gumbel bleibt aber das schon lange bestehende Grundgerüst des SGH-Teams bestehen.

Die drei Bezirksklasse-Herrenteams des TVB werden in den Gruppen 1 (Bürstadt II), 3 (Bürstadt IV) und 5 (Bürstadt III) unterkommen. Dass die „Dritte“ künftig bis nach Nauheim, Königstädten oder Mörfelden fahren muss, stört Rosenberger nicht: „Viele Orte liegen an der Autobahn. Das ist angenehmer als so manche Fahrt in den tiefsten Odenwald.“ Die Aufstiegsberechtigung für das Kreisliga-Team hatte Bürstadts Abteilungsleiter schon länger auf dem Schirm: „Da ja insgesamt viele Mannschaften aufgestiegen sind, sind die Klassen etwas schwächer, und es gibt nur zwei Absteiger. Die Spieler wurden gefragt und haben mehrheitlich beschlossen, es zu probieren.“

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